Donnerstag, 14. April 2016

ICH LASSE MÄHEN - VOM LANDROID VON WORX, MEINEM E-SCHAF



Hallo ihr Lieben,

vor ein paar Tagen kam ein groooßes Paket der Firma WORX bei mir an, der Inhalt war ein Mähroboter Landroid WG790E.1. Dieser wird derzeit bei den Scouts, in diesem Fall bei den Selbst-ist-der-Mann-Scouts getestet und zunächst war ich nicht unter den 20 Auserwählten. Doch da sich von diesen wohl nicht alle zurückgemeldet hatten, kam ich in den Genuss eines Nachrückerplatzes – Pech für manche, Glück für mich :-)

Auf den ersten Blick sah der Inhalt toll aus, auf den zweiten (=Bedienungsanleitung) schien mir, dass ich ein wenig naiv mit meinen Vorstellungen von einem Mähroboter war. Dieser Test wird echt eine Herausforderung für mich, aber dazu gleich mehr. Erst mal ein paar Fotos vom Paket(inhalt)



Öffnet man den Karton, sieht man erst einmal schwarz und viel Papier zu Lesen obenauf ;-) Sollte man auch genau lesen!




Unter der schwarzen Pappe leuchtet dann der Roboter in strahlendem Orange. Sieht gut aus, robust und hochwertig, ist dabei aber gar nicht sehr schwer. Ich konnte den locker aus seiner Behausung lupfen.


Dazu kommt noch eine Menge Zubehör und damit komme ich zu den Schwierigkeiten: hier seht ihr eine Art "Heringe" aus stabilem Kunststoff...


... und hier die Rolle mir sehr viel Begrenzungskabel (150m). 



Ich war nun so naiv und dachte, dass man das einfach auslegen muss. Pustekuchen! Zunächst muss man das dünne, ummantelte Kabel mit der Ladestation verbinden. Dann verlegt man es so, dass der geschlossene Arbeitsbereich für den Roboter entsteht. Man kann das Kabel eingraben, muss es aber nicht. Auf alle Fälle muss man es aber mit den Heringen im 80cm-Abstand ganz dicht mit dem Boden abschließend befestigen, damit der Landroid es nicht absäbelt. Zum Schluss muss das zweite Ende wieder bei der Ladestation landen und dort angeschlossen werden. Das Kabel soll nach dem Verlegen gerade oder in Bögen liegen, aber keine Schleifen machen, da dies den Landroid irritiert.

Auf dem nächsten Foto seht ihr die Ladestation, die nicht gerade klein ist (50 X 60 cm). 



Diese muss in der Nähe einer Steckdose aufgestellt werden, möglichst an einer Stelle, die im Trockenen liegt. Zudem muss vor und hinter der Ladestation ca. 1,50 – 2m Platz sein. Der Landroid fährt nur, wenn die Begrenzung aktiv ist und diese ist nur aktiv, wenn die Ladestation mit Strom versorgt wird. Das Begrenzungskabel sollte übrigens nach dem passgenauen Verlegen abgeschnitten werden, damit es nicht zu den vorhin genannten Schleifen kommt. Es ist dann also auf ein ganz bestimmtes Gebiet abgestimmt.


Dieses System war mir zuvor so nicht klar, ich dachte eher an die Art, wie der Staubsaugerroboter funktioniert mit seiner Unabhängigkeit von der Ladestation bei der Arbeit und der flexiblen Begrenzung durch Infrarottürme, also dass man das Kabel unabhängig von der Ladestation flexibel und immer wieder anders verlegen kann. Genau dem ist nun nicht so. Mein Garten ist zwar relativ groß, aber zerstückelt: ich habe einen Teil hinter dem Haus, ein großes Rasenstück gesondert und absolut getrennt davon vor dem Haus und einen weiteren zwar direkt neben dem hinteren Rasenstück, aber erhöht und mit Felssteinen getrennt/abgestützt. Ich müsste also die Begrenzung und Ladestation ständig verlegen, was sehr umständlich ist. Zudem habe ich vor dem Haus keine Außensteckdosen (wer auch immer so klug war, vor 22 Jahren beim Bau solche zu vergessen...). Hinter dem Haus habe ich zwei, die aber so liegen, dass ich die Ladestation nicht direkt dazu stellen kann. Und nebendran geht sowieso gar nichts, das ist freie Pampa ohne Steckdose. Der Plan war nun, zumindest auf dem kleinen Stück hinter dem Haus alles aufzubauen und genauestens zu testen. Eventuell baue ich dann auch wieder alles ab und bei meiner Freundin wieder auf, der hatte ich unvorsichtigerweise versprochen, ihren Rasen auch mal mähen zu lassen *g*. Sie hat eigentlich das ideale Grundstück, wie ich jetzt sehe: sehr groß, aber am Stück, mit großer Terrasse und einem idealen Platz für die Ladestation. Mal schauen, ob dafür die Zeit reicht. Ansonsten werde ich mein Bestes geben, um euch den Landroid in Aktion zu zeigen und zu beschreiben.

ERSTE SCHRITTE

In der Theorie habe ich ja soeben beschrieben, wie das Ganze aufzubauen ist. In der Praxis fand ich dann auch einen zwar nicht ganz idealen Platz für die Ladestation, die nun nicht unter Dach steht. Allerdings ist das nicht so schlimm, das Wichtigste ist, dass der Netzstecker trocken liegt und das tut er. 

Im Hintergrund mein Sohn bei der Arbeit ;-)


Mein Sohn wollte sofort das Kabel verlegen, es stellte sich aber heraus, dass ich zuerst die Rasenkante trimmen musste, damit das Kabel auch wirklich dicht am Boden liegt. Steht es etwas höher besteht die Gefahr, dass der Landroid es beim Entlangfahren absäbelt.

Sohnemann hatte danach keine Lust mehr zum Stecken, gab mir aber ein erstes Feedback dazu: die Heringe sind nicht einzeln in der Verpackung, sondern quasi zusammengeschweißt (mit Plastikverbindung, ich hoffe, ihr versteht was ich meine), sie lassen sich aber ganz leicht auseinanderziehen. Sind sehr robust und lassen sich auch gut in den Boden klopfen. Das Kabel ist ebenfalls sehr robust, er hat daran gezogen, als er die ersten Heringe wieder rausgeholt hat, was zu keinen Kabelschäden führte.

TESTLAUF

Ein paar Tage später verlegten mein Mann und mein Sohn das Kabel endgültig. In unserem Garten ging das ganz einfach im Kreis, hat man auf der Rasenfläche Blumenbeete, einen ebenerdigen Pool oder einen Teich, muss man diese Stellen mit dem Kabel ebenfalls abgrenzen, soll der Landroid nicht baden gehen oder die Blumen niedermähen.

Das eine Ende des Kabels wird durch eine „Röhre“ unterhalb der Ladestation von vorne nach hinten durchgeführt, das andere Ende kommt von der Rückseite her wieder zur Ladestation. Beide Enden isoliert man nun ein wenig ab und verbindet sie mit den Kontakten, die sich an der Rückseite der Ladestation unter einer kleinen Schutzklappe befinden.

Hat man dies alles erledigt, ist ein erster Testlauf angesagt, um zu überprüfen, ob das Kabel überall richtig verlegt ist und der Landroid auf seinem Weg nach Hause nicht blockiert wird. Bei ebenerdiger Rasenkante sollte es ca. 10cm von der Kante weg verlaufen, bei höherliegenden Grenzen ca. 35cm.
Für den Testlauf stellt man den Mähroboter einfach in die Nähe der Rückseite der Ladestation, schaltet ihn an, drückt auf die Home-Taste und er läuft los, sucht das Kabel und läuft dann am Kabel entlang direkt in die Ladestation hinein. 



Unser Garten gleicht leider weniger einem englischen Rasen, als vielmehr einer Buckelpiste mit einer Problemstelle, die ihr auf dem nächsten Foto seht: an Pfeil 1 ist der Boden eben, um dann an Pfeil 2 bucklig und krumm nach unten abzufallen und an Pfeil 3 wieder fies anzusteigen. Der Landi hat ein wenig geruckelt und mit r dem Popo gewackelt, schaffte es dann aber brav in der Spur zu bleiben, die Senkung zu überwinden und die Steigung zu nehmen. Echt klasse :-) Im Übrigen schafft der Landroid nach Herstellerangaben Steigungen bis zu 20° (35%).

1) eben 2) Senke 3) Steigung

Am Ende des Testlaufs landete er wie gesagt zielsicher in der Station und durfte sich über Nacht aufladen und ausruhen. Wetterbedingt musste ich leider einen Tag mehr warten, doch dann war es soweit:


DER ERSTE MÄHDURCHGANG

konnte gestartet werden.
Landi war durch das Regenwetter etwas nass geworden. Als ich die Klappe anhob sah ich, dass da auch Wasser reingelaufen war (klar, ist ja nicht total abgedichtet), das macht aber anscheinend nichts aus. 



Der Landroid meldete mir dann auch brav, dass es regnet... obwohl es am Nachmittag nicht mehr geregnet hat. Solange aber die Sensoren auf der Oberseite nass sind, ist ihm das Wetter nicht gut genug zum arbeiten ;-) Einfach schnell mit einem Lappen abtrocknen und er ist startbereit. 



Fängt es während eines Mähvorgangs zu regnen an, bricht der Landroid ab, geht „nach Hause“ und setzt seine Arbeit fort sobald die Sensoren wieder trocken sind.

Im ersten Versuch ließ ich ihn mit der automatischen Einstellung für 100 qm auf der höchsten Schnitthöhe (6cm) laufen, das ist die kleinste Einheit (für unseren Garten eigentlich noch zu groß). Da läuft er drei Stunden, ich hätte ihn aber auch schon vorher stoppen können, indem ich einfach auf die riesige Stoptaste drücke und den Roboter mit Druck auf die Home-Taste wieder zur Ladestation schicke. 

Lesen, während andere arbeiten :-)


Der Landi hat alles gut gemeistert und ich bin mit dem ersten Ergebnis sehr zufrieden. Sobald das Wetter mitspielt, lasse ich ihn gleich nochmal mit einer geringeren Schnitthöhe laufen, ich hoffe der ewige Regen hört bald mal auf. In meinem nächsten Bericht erfahrt ihr dann mehr über die Mäherfolge meines kleinen E-Schafs und ich erzähle euch ein wenig über die Einstellungsmöglichkeiten.

Bis dahin liebe Grüße

Eure Kerstin