Montag, 16. Oktober 2017

EIN KUH(COO)LES KONZEPT - KAUFNEKUH.DE

Hallo ihr Lieben,

aus mir wird im Leben keine Vegetarierin mehr. Und selbst wenn, würden meine Söhne und mein Mann mir den Kopf abschrauben, wenn ich kein Fleisch mehr auf den Tisch bringen würde. Es schmeckt uns allen einfach zu gut.
Massentierhaltung finde ich deswegen aber natürlich trotzdem erschreckend und achte daher durchaus darauf, woher das Fleisch stammt, das bei uns auf den Tisch kommt. Es darf dann auch mal ein wenig teurer sein, Abgepacktes aus dem Supermarkt entspricht jedenfalls nicht dem, was ich konsumieren möchte.

Gulasch geht immer :-)


In diesem Sinne und im Zusammenhang mit meiner Leidenschaft fürs Onlineshopping stieß ich vor Kurzem auf einen Shop, den ich euch unbedingt heute vorstellen möchte:

KAUF NE KUH

Ich weiß, dass viele sich scheuen, frische Lebensmittel online einzukaufen, aber ich habe im Laufe der Jahre habe ich schon einige Male Fleisch im Internet bestellt und damit gute Erfahrungen gemacht. Eine ganze Kuh hatte ich bisher allerdings noch nie gekauft und war daher neugierig, was sich hinter dem Namen dieses Shops verbirgt. Vorweggesagt: nein, man kauft nicht wirklich eine komplette Kuh mit Haut und Haaren, weder lebendig noch geschlachtet, sondern nur einen Anteil einer Kuh, wobei man noch die Wahl zwischen zwei Paketgrößen hat. Wie man sich das Ganze vorstellen muss? 
Artgerechte Haltung (Foto von der Webseite kaufnekuh)


Hier das

KONZEPT

Bei kaufnekuh.de wird propagiert, weniger, aber dafür gutes und zurückverfolgbares Fleisch zu essen. Die Kühe, die für kaufnekuh geschlachtet werden, stammen aus artgerechter (offener) Laufstall- und Weidehaltung von verschiedenen süddeutschen, kleinen und familiengeführten Bauernhöfen.
Während Rinder aus intensiver Mast nach 18 – 20 Monaten geschlachtet werden, dürfe die Kühe hier ihr Leben wenigstens 3 – 8 Jahre lang genießen. Das Futter, das die Tiere bekommen, wird zum Großteil auf den eigenen Äckern und Wiesen der Bauern gezogen und besteht aus Gras, Heu, Mais-Silage, Gerste, Klee, Luzerne, Raps, genfreiem Soja und Mineralstoffen. Auf die Gabe präventiver Antibiotika wird absolut verzichtet, dem Fleisch werden keine E-Nummern, Zucker, Färbe-, Binde- oder Konservierungsmittel hinzugefügt. Lediglich die Würste und Burgerpatties werden mit etwas Salz, Biokräutern und Pfeffer verfeinert.

Auf dem Paket: die Nummer "meiner" Kuh


Das Fleisch kommt ohne Zwischenhandel direkt vom Bauern. Die Kühe werden in Überlingen am Bodensee geschlachtet. Der kleine Schlachthof ist bio- und tierschutz-zertifiziert und es werden dort in der Woche ca. 10-15 Rinder geschlachtet (für regionale Metzger und inklusive der Kaufnekuh.de Kühe).

EINGEKAUFT

wird im Prinzip wie immer in einem Online-Shop: man legt sich die gewünschte Ware in den Warenkorb, geht zur Kasse, bezahlt per Onlineüberweisung mit GiroPay oder Sofortüberweisung, Kreditkarte oder mit Paypal und schickt die Bestellung ab. Nur bekommt man die Lieferung nicht sofort (z.B. innerhalb von drei Werktagen), sondern muss zuerst warten, bis die komplette Kuh verkauft ist. Auf der Webseite sieht man vorab, wieviel von der Kuh bereits verkauft ist. So ist aktuell die Kuh 2870 beim Classic Paket zu 39% verkauft, die Bio-Kuh mit der Nummer 2838 zu 43%.

Ist die Kuh komplett verkauft, geht sie zum Schlachter. Vor dem Versand reift das Fleisch noch zwei Wochen lang, dann wird es portioniert, vakuumiert und in einem Kühlpaket verschickt. Eine Information-Email bekommt man immer dann, wenn der nächste Schritt gemacht wird, auch ein Liefertermin wird einem zum Zeitpunkt der Schlachtung genannt, an den eine Woche vorher nochmals erinnert wird.
Liefertage sind Mittwoch und Freitag zwischen 8 und 13 Uhr, geliefert wird von der Transportfirma Go Express. Insgesamt dauert es maximal 4 Wochen, bis man sein Paket erhält.

Die Lieferung ist perfekt gekühlt


Zur Auswahl stehen verschiedene Pakete. Zum einen gibt es das Classic Mini-Paket. Es enthält ein Roastbeef-Entrecôte, zwei Rouladen, zwei Steaks, eine Portion Geschnetzeltes, eine Rinderbrust, einmal Suppenfleisch, zwei Portionen Rinderhack, zwei Portionen Gulasch, vier Hamburger und 6 Würstchen – insgesamt 3,6 Kilo Fleisch.
Die Maxiversion mit 7,2 Kilo enthält im Prinzip genau das Doppelte, nur bei den Steaks bleibt es bei zwei Stück, dafür gibt es zusätzlich 2 Rinderfiletsteaks.
Genau das Gleiche, also ein Maxi- oder Minipaket, kann man auch in Bioqualität erwerben. Und in den Sommermonaten hat man noch die Möglichkeit die BBQ-Option auszuwählen: hier werden Fleischstücke, die sich nicht zum Grillen eignen wie Rinderbraten oder Rouladen zu Hackfleisch verarbeitet und als weitere Würstchen und Hamburgerpaddies dem Paket beigelegt.

Interessanterweise ist das alles nicht viel teurer als im Supermarkt und nicht teurer als bei Metzger vor Ort. Das Classic Mini kostet 54,95 Euro, das Maxi 99,95 Euro, in Bioqualität zahlt man 74,95 Euro bzw. 139,95 Euro. Ein Kilopreis von knapp 14 Euro beim Classic Maxi ist in meinen Augen nicht überteuert, hinzu kommen 5,95 Euro Versandkosten.

Teil 1 des Maxi Classic Pakets


MEIN PAKET

Bestellt hatte ich am 31.8.2017, verkauft war meine Kuh am 2.9., am 12.9. bekam ich diese Nachricht:


„Deine Kuh 1829 reift! Du hast dich beim Fleischkauf bewusst für eine nachhaltige und tierfreundliche Alternative entschieden – super! Deine Kuh wurde zu 100% verkauft und wurde bei Bauer Aichem in Konstanz abgeholt und vergangenen Mittwoch zum naheliegenden Schlachtbetrieb gebracht.
Seitdem lassen wir dein Fleisch reifen, so wird das Fleisch zarter und bekommt einen intensiveren Geschmack. Neben den Stücken, die in dein Paket kommen, verwerten wir auch alle anderen Teile der Kuh. Die Haut kommt zum Gerber, die Innereien zum Tierfuttermittelhersteller und aus den Knochen wird Leim gemacht. Nose to Tail – nachhaltiger geht es kaum!
Dein Paket wird, wie von dir gewünscht, am 27. September zwischen 08:00 - 13:00 Uhr zugestellt.“
Hier beantwortet sich dann auch die Frage, was mit der restlichen Kuh passiert, die nicht im Paket landet.
Am 20.9. bekam ich eine letzte Infomail, pünktlich am 27.9. dann das Paket, das ich natürlich sofort und mit Neugierde auspackte.

Das Fleisch war wie angekündigt portionsweise vakuumiert und mit Gelpacks perfekt gekühlt – kälter als aus dem Kühlschrank, aber nicht angefroren. Die Gelpacks können derzeit leider noch nicht zurückgenommen werden und müssen im Restmüll entsorgt oder privat weiterverwendet werden. Kaufnekuh arbeitet aber wohl derzeit ein einem Rücknahmesystem, ich bin gespannt, was sich da hinsichtlich der Nachhaltigkeit noch entwickelt.

Teil 2 des Maxi Classic Pakets


Schon beim Anschauen der verpackten Fleischstücke lief mir das Wasser im Mund zusammen. Die Farbe ist wunderbar dunkelrot, die Portionen sind absolut frisch, in der Verpackung befindet sich auch kein Flies, das literweise ausgelaufenes Blut aussaugen soll (wie es bei den Supermarkt-Fleischpackungen zu finden ist) und trotzdem „schwimmt“ da nichts. Die Vakuumverpackungen sind dazu noch ausgesprochen praktisch, denn so kann alles direkt in die Gefriertruhe, was nicht sofort verarbeitet werden soll. Auf jedem Päckchen ist ein Aufkleber, der über den Inhalt informiert. Ein wenig habe ich hier nur die Gewichtsangabe vermisst, die fehlt leider. Ich koche normalerweise frei Schnauze und orientiere mich dabei an der Menge des Fleischs, eine Gewichtsangabe würde mir das Leben ein wenig leichter machen, es geht aber auch so. Um zu prüfen, ob auch wirklich die versprochenen 7,2 Kilo im Paket sind, habe ich bei dieser ersten Bestellung die einzelnen Päckchen abgewogen und bin auf 7,642 Kilo gekommen – abzüglich der Verpackung passt das also.

GESCHMACKSTEST

Als erstes verkochte ich das Kilo Rinderhack und das Suppenfleisch (528g). Alles andere wanderte direkt in die Gefriertruhe. Das Suppenfleisch kochte ich mit Gemüse und Kräutern zu einer schmackhaften Brühe aus, wobei ich nach Ende des Kochvorgangs, das Fleisch von Sehnen und Fettresten abzupfe und -schneide und wieder in die Brühe gebe. Den Rest bekommen die Katzen, die Brühe selber habe ich eingefroren, bei Gelegenheit kommt sie wieder aus der Truhe, um mit Flädle, Brätknödel, Suppenmaultaschen oder was immer gerade gewünscht wird eine leckere Suppenmahlzeit zu ergeben.

Die Farbe des Fleischs - einfach traumhaft :-) 


Aus dem Hackfleisch kochte ich eine Bolognesesauce. Zunächst ist es schon mal mehr als erfreulich, dass das Hack wirklich anbrät und nicht nach kürzester Zeit so viel Wasser abgegeben hat, dass es nur noch kocht. Ein Qualitätsbeweis, der sich beim fertigen Gericht dann auch im Geschmack widerspiegelte.

Rinderhack, das nicht zu schwimmen beginnt! 

Eine Woche später musste das Gulasch (4X 250g) dran glauben und begeisterte die ganze Familie. Superzart waren die Fleischstücke, die wunderbar gleichmäßig geschnitten und absolut nicht mit Sehnen durchwachsen oder mit Fetträndern versehen waren.
Einen Teil der Würstchen briet ich an und schnippelte sie in einen Tomaten-Gemüse-Reis, etwas, das ich gerne koche, wenn es schnell und einfach gehen soll. Die Würstchen haben eine tolle Konsistenz, dürften für meinen Geschmack nur etwas mehr gewürzt sein, aber das ist ja wie gesagt Geschmackssache.

Das Gulaschfleisch


Die Einteilung solcher Fleischpakete ist ja nicht immer ganz einfach, so ist der Rinderbraten mit 628g für uns 5 Personen etwas zu klein, zwei Filetsteaks hebe ich mir für ein schönes Essen mit meinem Mann auf, da bekommen die Jungs einfach nichts davon, vier Steaks werden zum Grillen mit anderem ergänzt, so dass es für alle reicht.

Vier Rouladen sind für 5 Personen nun auch nicht ideal, aber man muss eben flexibel sein. So machte ich keine ganzen Rouladen daraus, sondern schnitt sie in Streifen für ein ungarisches Tokany. Ein Tokany ist quasi ein Pörkölt (deutsch: Gulasch), aber nicht mit Würfeln, sondern mit dünnen Fleischstreifen, dazu kommt in die Sauce Sauerrahm, Schmand oder Creme Fraîche.
Es tat mit bei den wunderschönen Fleischlappen zwar in der Seele weh, diese zu zerschnippeln, aber für Tokany nehme ich gerne Rouladen, weil sich daraus eben die perfekten dünnen Streifen ohne großen Aufwand schneiden lassen. Geschmacklich war ich diesmal das Ergebnis ein Hammer!

Nein, nicht das Tokany, sondern die Bolognese ;-) 


Bei unserer Familiengröße könnte jeweils eine Variante des Fleischs am Stück verpackt sein, alle Rouladen, alle Hamburger, Steaks etc. jeweils in einer Packung würde Verpackungsmaterial sparen. Aber bei den wenigstens Käufern handelt es sich ja wohl um Familien mit drei Kindern und so ist es auch für Singles oder Paare ideal, die sich nach und nach immer die passenden kleinen Portionen auftauen können. Im Übrigen braucht man nicht einmal eine große Kühltruhe, die Menge passt problemlos in eine Schublade einer Kühl-Gefrierkombination.

FAZIT

Eine nachhaltige Produktion und Verarbeitung, artgerecht gehaltene Tiere, die länger leben dürfen als ihre Genossen aus der Massentierhaltung, dazu qualitativ hochwertiges und ausgesprochen schmackhaftes Fleisch, das nicht viel bis gar nicht teurer ist als aus anderen Quellen – wie soll ich das anders bewerten als mit 5 Sternen? Da lohnt es sich auch, mal ein paar Wochen auf eine Lieferung zu warten, nachdem ich in der Pampa wohne und dadurch sowieso Profi in der Vorratshaltung bin, ist Vorausplanung kein Problem. 

Mit freundlicher Genehmigung von kaufnekuh.de


Wer sich genauer zum Beispiel über die einzelnen beteiligten Bauernhöfe informieren möchte, der schaue sich gerne einfach mal die extrem informative, übersichtliche und gut gemachte Webseite an. Ebenfalls interessant und für mich der letzte Anreiz, kaufnekuh.de einmal zu testen, war ein Filmbeitrag von Galileo, den ihr HIER findet.

Ich habe bis jetzt noch nicht alles verkocht, aber was bisher auf den Teller kam, konnte zu hundert Prozent überzeugen. Von daher empfehle ich kaufnekuh.de gerne weiter und schau mich dann mal bei kaufeinschwein.de um – das gibt´s nämlich mittlerweile auch und ist sicher ebenfalls einen Einkauf wert.

Liebe Grüße
Eure Kerstin


Freitag, 29. September 2017

ELEGANT UND INTERESSANT - EIN AUSFLUG NACH SALÒ AM GARDASEE



Hallo ihr Lieben,

weiter geht´s mit einem Bericht aus der Serie „Ausflugsziele am Gardasee“. Für alle, die meine früheren Berichte zu diesem Thema nicht kenne, eine kleine Einführung: vor vielen Jahren machten wir zum ersten Mal in Limone sul Garda Urlaub in einem kleinen Hotel mit wunderbaren Gastgeberinnen und blieben irgendwie dort hängen. Neben Urlauben in anderen, uns noch unbekannten Ländern und Gegenden, zieht es uns also fast jedes Jahr an den Gardasee nach Limone zurück. Obwohl wir dieses Jahr nun schon 11. oder 12. Mal dort waren (so genau weiß ich es gar nicht mehr), gibt es immer noch Neues zu entdecken.





Das Ausflugsziel diesmal, von dem ich euch heute erzählen möchte, war allerdings nicht ganz so neu für uns, denn wir besuchten bereits zum dritten Mal

SALÒ

Salò liegt am Anfang des unteren Drittels des Westufers, ca. 40km und 40 Autominuten von Limone entfernt. Es ist mit gut 10 000 Einwohnern die größte Stadt am Westufer mit elegantem Flair und interessanten Einkaufsstraßen. Historisch gesehen galt Salo seit dem 14. Jahrhundert bis nach dem zweiten Weltkrieg als Hauptstadt des Gardasees und war immer sehr wohlhabend.



Kommt man von Norden her, also von Riva, Limone, Toscolano-Maderno und Gardone Riviera auf Salò zu, befindet sich kurz vor der Fußgängerzone rechts ein größeres Parkhaus. Hier kann man für wenig Euro (den genauen Preis habe ich nicht mehr im Kopf, ich meine, die Stunde hat 1 Euro gekostet). Von hier aus sind es nur wenige Schritte bis zum großen Torbogen des Torre dell´orologio, dem Uhrturm von Salò. Dort durch und man befindet sich sofort in der Fußgängerzone. Und dann geht´s immer der Nase nach…



Sehenswert ist eigentlich alles, doch ich fange mal mit einer besonders schönen Sehenswürdigkeit an, dem

DUOMO SANTA MARIA ANNUNZIATA

Diese spätgotische Kirche (Baubeginn 1453), eine der bedeutendsten am Gardasee, sieht von außen eher unscheinbar aus. Man blickt auf eine schlichte Backsteinfassade, in die im Nachhinein ein weißes, zugegebenermaßen imposantes Renaissanceportal eingebaut wurde. 


Innen bietet sie wunderschöne Kunstwerke und eine beindruckende sakrale Stimmung.  Ich möchte jetzt nicht sämtliche für Kunstgeschichtler bedeutsame Maler und Bildhauer aufführen, die sich hier mit ihren Werken verewigt haben und die ich selber nicht kenne und nachschlagen musste. Viel wichtiger ist es mir, den Gesamteindruck zu vermitteln: beeindruckend sind vor allem der fast dreidimensional anmutende Mosaikboden und das große Christuskreuz vor dem Altarraum. Vor zahlreichen Seitenaltären lassen sich verschiedene Darstellungen christlicher Geschichten betrachten, eine kleinere Kapelle beherbergt ein interessantes Polyptychon, in der etwas größeren Kapelle es Hl. Sakraments faszinierten mich vor allem die Deckenmalereien. 

Hauptschiff des Doms


Ein Besuch sei jedem ans Herz gelegt, der gerne Kirchen besichtigt und sakrale Kunst anschaut. Der Dom ist von 8 Uhr 30 bis 12 Uhr und von 15 Uhr 30 bis 19 Uhr 30 geöffnet.

Weiter geht es

PALAZZO DELLA PODESTÀ

Der ursprüngliche eindrucksvolle Prachtbau mit venezianischer Fassade wurde im 14. Jahrhundert erbaut und steht zentral in der Fußgängerzone direkt neben der Uferpromenade. 1901 gab es ein großes Erdbeben in der Region, bei der unter anderem auch dieses Gebäude fast ganz zerstört wurde. Anschließend baute man es detailgetreu wieder auf. Das Innere des Palazzos könnte man zwar teilweise besichtigen, zumindest die Flure, da sich heute das Rathaus der Stadt darin befindet. Besonders interessant wäre das aber vermutlich nicht, so dass man sich doch lieber an den wunderschönen Arkaden rund um das Gebäude erfreuen sollte.

Seeblick am Palazzo della Podestà


Der Palazzo della Podestà ist mit dem Palazzo della Magnifica Patria (in dem sich ebenfalls Gemeindeämter befinden) mit einem Säulengang verbunden, unter dem Wappen und Gedenksteine eingemauert sind.

Wenden wir uns nun ein wenig nach Links (von unserem Ausgangspunkt aus gesehen) und flanieren ein bisschen auf dem

LUNGOLAGO GUISEPPE ZANARDELLI

Benannt ist die langgestreckte Seepromenade (Lungolago = Seeufer) nach dem italienischen Staatsmann und Rechtsberater Guiseppe Zanardelli. Zanardelli wurde 1826 in Brescia geboren und starb 1903 in Maderno. Er war also kein Kind der Stadt, fühlte sich Salo aber immer eng verbunden und setzte sich immer für die Belange der Stadt ein, weshalb er 1902 mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet wurde. In der Fußgängerzone kann man eine große Bronzestatue von ihm bewundern.

Am Lungolago


Überhaupt gibt es mehrere Statuen und Denkmäler in Salò, einige davon am Lungolago. Gasparo da Salò (auch Gasparo Bertolotti, 1540 – 1609) war ein Geigenbauer und Kontrabassist und wird als berühmtes Kind der Stadt mit einer Büste am Seeufer geehrt.

Imposant ist auch das Säulendenkmal mit Markuslöwe und Gabriele-d´Annunzio-Inschrift. Zu Zeiten venezianischer Herrschaft war Salò eng mit Venedig verbunden, was dieses Denkmal mit dem Wahrzeichen Venedigs repräsentiert. Über d´Annunzio, einen der wichtigsten Dichter Italiens, habe ich bereit in meinem Bericht über das Vittoriale in Gardone detailliert geschrieben.

Säulendenkmal mit Markuslöwe


Neben den Denkmälern erfreuen auch die wunderschöne Bepflanzung, Bänke unter schattenspendenden Bäumen, kleine Boutiquen, Restaurants und Cafés und die Segelboote im Hafen das Auge. Der Blick über den See ist hier spektakulär, nach Norden kann man bis hinauf Malcesine und den Monte Baldo sehen.



Kunst wird in Salò im Übrigen großgeschrieben. So trafen wir am Lungolago auch auf eine Art begehbarer Container mit skurrilen Exponaten, davor ein großes Plakat und ein Tisch mit Flyern, der darauf hinwies, dass es eine Sonderausstellung gäbe im

MUSEO DI SALÒ

kurz MuSa genannt. Das MuSa liegt in der Via Brunati, etwas außerhalb bzw. oberhalb der Fußgängerzone und wurde 2015 eröffnet. In der Dauerausstellung stellt sich die Geschichte des Ortes vom Beginn des 15 Jahrhunderts dar. So ist ein Raum zum Beispiel dem bereits erwähnten Geigenbauer Gasparo da Salò gewidmet, in einem anderen findet man anatomische Präparate des in Salò geborenen Chirurgen Giovan Battista Rini (1795 – 1856). Interessant sind auch seismische Messgeräte und Aufzeichnungen aus dem 18. Jahrhundert und Exponate aus den Weltkriegen. 



Ein kompletter Raum beherbergt ausschließlich Büsten und Gemälde, die den „Duce“, den Faschisten und Diktator Benito Mussolini zeigen. Irgendwie ist es gruselig, diese vielen Quadratschädel aus unterschiedlichen Materialien, die Heldenverehrung transportieren zu betrachten. Die Verbindung von Mussolini zu Salò? 1943 setzte Hitler seinen Verbündeten als Führer der deutschen Besatzungsgebiete Italiens ein, die auch unter dem Namen "Marionettenrepublik von Salò" bekannt waren.

Dieser Teil des MuSa ist durchaus interessant, wäre mir als etwas größeres „Heimatmuseum“ die doch stolzen 14 Euro Eintritt für Erwachsene nicht wirklich wert gewesen (ermäßigt 7 – 11 Euro). Dass ich dennoch begeistert war, lag an der Sonderausstellung, die gut das halbe Museum einnimmt und auf die ich deshalb näher eingehen möchte, auch wenn sie nur noch bis zum 19. November läuft.

„Museo della Follia. Da Goya a Bacon“ – „Museum des Wahnsinns. Von Goya bis Bacon“ ist der Titel dieser Ausstellung, die aus ca. 200 Werken, Gemälden, Fotos, Objekten, Multimediainstallationen und Skulpturen besteht. In dunkel gehaltenen Räumen mit schwarz verkleideten Wänden werden zunächst Kunstwerke bedeutender, in der Mehrheit italienischer Maler, aber auch dem Iren Francis Bacon, dem Amerikaner Jean-Michel Basquiat oder dem Spanier Francisco Goya u.a. gezeigt. Manche Bilder von total duchgeknallten Künstlern sehen normal aus, bei anderen fragt man sich, ob sie den Wahnsinn nur darstellen sollen oder ob der Künstler einen an der Waffel gehabt hat.
Es gibt Skulpturen, die aussehen, als seien sie aus Alpträumen entsprungen. Fotos von alten Irrenanstalten und gesammelte Habseligkeiten ihrer Insassen, ein Brief eines so Weggesperrten an eine „geliebte Ceci“ mit der Bitte, ihn rauszuholen… das alles ist gleichermaßen beindruckend wie bedrückend. Ein Highlight stellt mit Sicherheit ein Gemälde dar, das von Adolph Hitler persönlich gemalt wurde und zum ersten Mal überhaupt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde – es stellt nicht den Wahnsinn dar, sondern zeigt, dass Hitler psychisch in der Tat nicht gesund war. 

Das Werk von Hitler


Toll fand ich, dass eine Audiobegleitung im Eintrittspreis mitinbegriffen war, man bekam ein Smartphone mit Kopfhörern, mit dem man mittels einer Art App Erklärungen abrufen und anhören konnte.
Ich könnte noch mehr ins Detail gehen, das würde dann aber doch zu weit führen. Mit kleinen Kindern sollte man diese Sonderausstellung nicht besuchen, mein großes „Kind“ (23) meinte zur Ausstellung „So ein Rotz“… man muss sich darauf einlassen wollen, ich war jedenfalls fasziniert.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr (teilweise Sonderöffnungszeiten je nach Saison, man sollte aktuell im Internet nachschauen… und aktuell eben auch, welche Sonderausstellung läuft).

Genug Kultur, man braucht auch mal was für den Gaumen:

DIE GASTRONOMIE

Die zahlreichen kleinen Restaurants und Cafés am Lungolago hatte ich bereits erwähnt, auch in der Altstadt findet man zahlreiche Pizzerien und Ristorante. Aus eigener Erfahrung kann ich nur ein Lokal bewerten, das wir dieses Jahr zum zweiten Mal besucht haben. Weniger deshalb, weil es so grandios ist, sondern weil es bequem auf der Strecke am Lungolago liegt und das Essen gut ist. Mann und Sohn waren nach dem Museumsbesuch zu erledigt, um etwas anderes zu suchen bzw. auszuprobieren ;-)



Auf Bewertungsportalen schneidet das Don Pedro ziemlich schlecht ab, was ich auch nachvollziehen kann. Die Tische stehen extrem eng, man hat den Eindruck, dass möglichst viele Gäste hineingequetscht werden sollen, weil die Lage direkt am See mit viel Laufkundschaft natürlich genial ist und somit ausgenutzt werden kann. Zumindest mittags ist die Hölle los, das Personal hektisch und kurzangebunden – nicht unfreundlich, aber eben auch nicht wirklich zuvorkommend, man wird mehr oder weniger abgefertigt. Das Essen ist durchaus lecker, die Portionen sind groß. Zu meinen Spaghetti Bolognese gehört für mich aber zwingend Parmesan, der in anderen Restaurants auch üblicherweise zu Pasta automatisch dazu gestellt wird. Hier nicht und meine Versuche, danach zu fragen scheiterte an der besagten Hektik des Personals. Hat man einmal Getränke und das Essen auf dem Tisch, schaut niemand mehr auch noch ansatzweise in deine Richtung. Die Preise sind der Lage entsprechend relativ hoch, aber noch akzeptabel. Um den Hunger zu stillen, ist das Don Pedro in Ordnung, fürs „schön Essen gehen“ würde ich es aber definitiv nicht empfehlen. Es gibt ja schließlich Alternativen…

Snacks zum Aperol Sprizz


Zu Beginn unserer Tour gönnten wir und ein Getränk ganz am Anfang des Lungolago in der Gelateria Serenissima. Schneller Service, gemütliche Bistrotische nicht ganz so eng gestuhlt und zu meinem Aperol Sprizz einen wirklich großen Snackteller mit Chips, verschiedenen Antipasti und Oliven, das Ganze zu nicht übertriebenen Preisen – das konnte überzeugen. Dass man in solchen Lokalen dort zum Bezahlen nach Drinnen gehen muss, ist für unsereins ungewohnt, aber nicht selten.

Appetit auf ein Eis zum Abschluss? Gelaterias mit Bedientheke zur Straße hin begegnen einem in Salò viele und so gönnten wir uns eines auf dem Rückweg zum Auto. Köstlich! 

Gelato :-)


Rückweg zum Auto? Diesmal schon, aber ein Highlight Salòs, das der Grund für unseren ersten Ausflug dorthin vor einigen Jahren war, darf ich nicht vergessen:

DER WOCHENMARKT

Der Markt in Salò ist der zweitgrößte am Westufer des Gardasees, nur der von Desenzano weiter südlich ist größer. Er findet jeden Samstag von 8 Uhr 30 bis 13 Uhr auf der Piazza Leonarda da Vinci statt und bietet alles von Obst, Wurst und Käse über Lederwaren und Keramik bis hin zu Haushaltsgeräten. Der Markt liegt nicht ganz zentral, ist aber schnell zu erreichen: man durchquert die Fußgängerzone, hält sich dann leicht rechts und sieht die große Piazza schon nach wenigen Minuten. 



Wenn man noch nicht viele solcher Märkte besucht hat, ist es wirklich spannend und authentisch. Allerdings gibt es nicht wirklich Schnäppchen zu machen, wenn man auf Qualität wert legt und der Markt in Limone bietet genau dieselben Waren, nur ist dort alles dichter gedrängt. Von daher interessierte mich der „Bauernmarkt“, der laut meiner Internetrecherche mittwochs auf derselben Piazza stattfinden sollte und der uns zu unserem zweiten Salò-Ausflug verleitete. Auf der Piazza Leonardo da Vinci war er allerdings nicht und als ich eine Passantin fragte, erklärte sie uns, wo sich dieser Bauernmarkt tatsächlich befand. Auf Italienisch mit Händen und Füßen natürlich ;-). Ihre Irritation darüber, warum Touristen sich für diesen Markt interessieren verstand ich, als wir ankamen: eine Lachnummer! Vier Stände auf einem kleinen Platz, zweimal Obst, einmal Käse, einmal Honig.

Also: wenn Markt, dann Samstag vormittags!

INSGESAMT

ist Salò elegant, interessant und lebendig, aber nicht übermäßig touristisch überlaufen. Was soll ich mehr sagen? Seid ihr in der Gegend, schaut euch diese schöne Stadt ruhig an :-) 


Shopping ;-)

Ach ja, und Shoppingqueens kommen hier auch auf ihre Kosten, denn es gibt zahlreiche Boutiquen italienischer Designer und sonstige kleine Läden ;-)

Liebe Grüße
Eure Kerstin









Freitag, 15. September 2017

DIE REMINGTON GLÄTTBÜRSTE CB7480 - BAD HAIR DAY EINFACH WEGGEBÜRSTET!

Hallo ihr Lieben,

über ein Monat ist seit dem letzten Blogpost vergangen - Schande über mich :-O
Dann will ich euch aber mal ganz schnell ein tolles Produkt vorstellen, das ich über die Konsumgöttinnen testen darf:

DIE NEUE KERATIN PROTECT GLÄTTBÜRSTE VON REMINGTON



Frauen und ihre Haare – eine neverending Story. Bad-Hair-Days können durch nichts zu einem guten Tag gemacht werden und der falsche Friseur kann einem das ganze Leben versauen (zumindest bis die Haare wieder herausgewachsen sind).
Okay, ganz so schlimm ist es vielleicht nicht, aber zusammen mit der Frisur kann es einem durchaus auch die Laune verhageln. Kein Wunder, das viele Frauen im Laufe ihres Lebens ein Sammelsurium an Stylingprodukten von Haargel, -wachs und -spray bis hin zu Föhn, Glätteisen und Lockenstäben durchprobieren. 



Vor ein oder zwei Jahren kamen dann die ersten Glättbürsten auf den Markt, zunächst von TV-Marken und Chinaprodukte mit unbekannten Markennamen. Ich besorgte mir über Amazon letztes Jahr eine der TV-Shoppingmarke, die aber überhaupt nichts taugte und zurückging. Dieses Jahr nun brachte die renommierte Firma Remington – Hersteller von Geräten für die Haar- und Körperpflege - eine Glättbürste auf den Markt.

ENDLICH WAS FÜR MEINE HAARSTRUKTUR?

Ich habe extrem viele und extrem dicke Haare. Mein Vater arbeitete früher in der Entwicklung von Elektronenrastermikroskopen und legte vor vielen Jahren bei einem Besuch von uns Kindern an seinem Arbeitsplatz spaßeshalber eines meiner Haare unter ein solches Mikroskop, um es auszumessen. Heraus kam dabei, dass meine Haare dreimal so dick wie ein durchschnittliches europäisches Haar sind.

Frauen mit sehr dünnem oder auch spärlichem Haarwuchs finden meine Mähne toll, was ich auch nachvollziehen kann. Allerdings ist auch so dickes Haar nicht automatisch problemlos zu handhaben, zumal meines auch noch wellig und mittlerweile eher trocken ist. Kurz vor dem fälligen Friseurbesuch sehe ich morgens aus, als wäre eine Rosshaarmatratze auf meinem Kopf explodiert und eine solche kann man auch beinahe mit der Haarmenge stopfen, die nach dem Nachschneiden auf dem Boden des Friseursalons liegt. Geht draußen Wind, plustern meine Haare auf und machen dem Yeti Konkurrenz. Die Wellen liegen auch nicht unbedingt immer so, dass es schick und nicht chaotisch aussieht.

Morgens nach dem Aufstehen - Der Yeti lässt grüßen ;-)


Im Sommer lasse ich meine Haare lufttrocknen und verwende dabei etwas Haarwachs, um die Locken zu definieren. Wenn es kälter ist, geht aber leider nichts ohne Föhn, wenn ich mich nicht erkälten möchte, da meine Haare ohne Föhn mindestens eine Stunde brauchen, bis sie ganz trocken sind. Nach dem Föhnen sind sie, egal wie ich mich bemühe, weder lockig noch glatt, nix Halbes und nix Ganzes. 

Naturwelle luftgetrocknet

Natürlich hatte ich auch bereits versucht, mit diversen Glätteisen (auch von Remington) meinen Mopp in den Griff zu bekommen, aber damit komme ich überhaupt nicht klar. Es dauert zu lange, Strähne für Strähne glatt zu ziehen, meine Haare werden damit sehr trocken und am Hinterkopf kriege ich das Ganze überhaupt nicht gebacken. Außerdem ist die Anwendung eines Glätteisens bei langem Haar zwar eher unkompliziert, meine Haare sind aber gerade mal kinnlang bis fast kurz.

Wir haben Einiges der Marke Remington bereits daheim, vom Föhn über Rasierapparate bis hin zum Nasenhaarschneider und Body Groomer, nichts davon hat uns bisher enttäuscht. Von daher setzte ich nun meine Hoffnungen in die neue Glättbürste.

EINFACH DIE HAARE BÜRSTEN WIE GEWOHNT

 und sie gleichzeitig dabei glätten, das hört sich doch gut an. Tatsächlich sieht die Glättbürste auch aus wie eine ganz normale Paddelbürste, nur eben mit einem Kabel und einer Metallauflage unterhalb und um die Borsten.



Die anthrazitfarbene, optisch sehr ansprechende Bürste ist in einem kleinen Paket mit einem Plastikeinsatz verpackt, dazu gibt es eine kurze Bedienungsanleitung und den Garantieschein. Wenig Müll und keine hundert Umverpackungen, das finde ich sehr gut.

Als nächstes ist mir die enorme Länge des Kabels aufgefallen, es ist ganze 3 Meter lang. Das finde ich super, in meinem kleinen Bad hätte zwar ein kürzeres Kabel auch gereicht, aber so muss man auch in größeren Bädern oder wo auch immer man die Bürste verwenden möchte nicht nach einer Steckdose in nächster Nähe suchen und sich beim Bürsten auch nicht verrenken, um gut an alle Stellen des Kopfs zu gelangen. Das Kabel ist mit einem Drehgelenk am Bürstenkopf befestigt, so dass auch hier eine hohe Wendigkeit gegeben ist. Styling am Hinterkopf ist bei dieser Kabellänge ebenfalls absolut kein Problem.



Breite schwarze Kunststoffborsten, die nicht flexibel sind, sind in das keramikbeschichtete, kupferfarbene Metall eingearbeitet. Rund um den Bürstenkopf befinden sich weitere dünne, flexiblere Borsten. Genau in der Mitte des Bürstenkopfs befindet sich statt einer Borste ein Ionen-Generator, der ein statisches Aufladen der Haare verhindern soll. 



Das Display am Griff ist einfach und übersichtlich gehalten, zuunterst befindet sich der On/Off-Schalter, darüber die Temperaturwahltaste und schließlich kann man hier auch die Temperaturstufen ablesen, die neben den reinen Zahlenwerten mit Leuchtdioden versehen sind.

Soviel zu Aufbau und Design, kommen wir zu meinen Erfahrungen bei der

ANWENDUNG

Beim Herausnehmen kam mir die Bürste zunächst sehr schwer vor, aber das ist nur der erste Eindruck, weil man ja bei normalen Bürsten wenig Gewicht hat. Die Glättbürste wiegt 485 Gramm und lässt sich so durchaus problemlos eine Weile benutzen, ohne dass der Arm schwer wird.



Normalerweise lese ich zu solchen Produkten die Bedienungsanleitung nicht, da sie problemlos intuitiv anzuwenden sind. Bei einem Test bin ich aber genauer und habe auch gleich einen Fehler in der Anleitung gefunden. Laut dieser soll man die Bürste einstecken und auf die On/Off-Taste drücken. Soweit, so gut, allerdings geht es nun so weiter, dass man auch die Temperatur mit der On/Off-Taste durch mehrmaliges Bedienen regelt und das stimmt so nicht. Die geübte Beauty-Queen erkennt sofort, dass dafür die Taste mit dem kleinen Thermometer drauf gedacht ist. Grundeingestellt ist die erste Stufe mit 150 Grad, geeignet für feines, dünneres Haar. Drückt man nun die Temperaturtaste, gelangt man zur Stufe für normales Haar mit 190 Grad, die zweite Leuchtdiode blinkt. Ein weiterer Druck erhöht auf Stufe 3 für dickes, widerspenstiges Haar - meins - mit 230 Grad, die beiden unteren Leuchtdioden leuchten, die dritte blinkt. Um wieder zurück auf die untere Stufe zu gelangen, drückt man einfach erneut und so weiter und so weiter.

Die Leuchtdiode der jeweils gewählten Temperatur blinkt laut Anleitung so lange, bis die Temperatur erreicht ist und leuchtet dann durchgehend. Remington gibt eine Aufheizdauer von 30 Sekunden an, um zu überprüfen, wie lange es dauert, bis die Diode nicht mehr blinkt, habe ich die höchste Temperatur gewählt und eine Stoppuhr laufen lassen. Die Bürste war schnell heiß, nach über 7 Minuten blinkte das Licht aber immer noch. Ich wollte die Messung schon abbrechen, da hörte das Blinken nach 7 Minuten 45 Sekunden auf. Auch hier erzählt die Bedienungsanleitung Märchen, denn man kann wirklich auch bei höchster Temperaturstufe nach ca. 30 Sekunden mit dem Bürsten beginnen und das Blinken einfach ignorieren.
Die Rückseite des Bürstenkopfs wird bei dieser hohen Temperatur mit der Zeit ebenfalls recht warm, aber nicht so, dass man sich die Finger verbrennen würde. Lange würde ich den Kopf aber nicht in die Hand legen wollen. Der Griff dagegen bleibt absolut kühl.



Um meine Haarpracht zu glätten, bürste ich die längeren Partien zuerst von innen heraus nach unten, streiche dann zum Abschluss nochmals von außen über die Oberfläche und schließe damit ab, die Spitzen noch ein weiteres Mal von innen heraus nachzuglätten. Hinten trage ich die Haare kürzer, bürste nur kurz von innen unten nach oben und dann außen von oben nach unten. Die Bürste gleitet leicht auch durch verwuschelte Haare, nichts verwickelt sich, bleibt hängen oder ziept. Das Bürsten von außen muss bei mir sein, weil ich sonst alles pusche und viel zu viel Volumen hineinbekomme. Frauen mit feinerem Haar, die Volumen suchen, können sich auf das reine Bürsten von innen beschränken.



Ich hatte mir vorgenommen, mir wirklich mal Zeit zu nehmen, Geduld aufzubringen und so lange zu bürsten, bis die Haare wirklich glatt sind. Erstaunt stelle ich fest, dass es mit der Glättbürste keine 5 Minuten dauert, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. An der linken Seite habe ich knapp über dem Ohr einen "Knick" in den Haaren, den ich normalerweise kaum rausbekomme. Weiter hinten kringeln sich meine Haare unten grundsätzlich nach außen, was ich normalerweise auch nicht in den Griff bekomme. Sogar den Knick und die Außenrolle bekomme ich in kürzester Zeit mit der Bürste glatt.

GLANZ ODER STROH?

Ich habe wie schon erwähnt eher trockene Haare, nach dem Föhnen ist da nicht viel Glanz übrig und mit Glätteisen sahen meine Haare immer aus wie Stroh. Zuviel Hitze tut also bei mir nicht gut, der Hersteller verspricht bei dieser Glättbürste aber ein schonendes Styling.
Die Bürste ist mit einer Keratinbeschichtung ausgestattet, die mit Mandelöl angereichert ist. 



Keratin ist ein Faserprotein, aus dem unsere Haare zu 90% bestehen. Intaktes Keratin ist wasserunlöslich, temperaturresistent und schützt das Haar vor Umwelteinflüssen und Hitze durch Stylingprodukte. ZU Mandelöl muss ich sicher nicht viel erklären, es spendet den Haaren Feuchtigkeit.

Das Keratin und das Mandelöl sind Teil der Beschichtung und unterstützen den Hitzeschutz.
Die Glättbürste gibt von diesen Stoffen bei jeder Anwendung Partikel im Mikrobereich an das Haar ab. Dies sind so geringe Mengen, dass man keine Angst haben muss, nach ein paar Anwendungen sei „der Tank leer“. Andererseits scheint es dennoch genug zu sein, dass die Haare gepflegt werden, denn meine sehen nach dem Bürsten nicht so trocken aus wie nach dem Föhnen oder gar nach einer Behandlung früher mit Glätteisen und weisen tatsächlich einen Glanz auf.

Eine weitere positive Überraschung erlebte ich am Morgen nach der ersten Nutzung. Normalerweise ist die Frisur nach dem Schlafen bei mir komplett im Eimer. Locken halten gar nicht, glatte Haare sind nur dann noch glatt, wenn meine Friseurin sie mit Föhn und Rundbürste eine halbe Stunde lange gebügelt hat. Ich ging also davon aus, dass ich jeden Morgen aufs Neue mit der Glättbürste ranmüsste, aber weit gefehlt: am zweiten Tag reichten ein paar Striche mit der normalen Bürste, am dritten kringelten sich zwar die Spitzen ein wenig nach außen, aber insgesamt waren meine Haare immer noch ansehnlich. Ich muss also sowohl Haare als auch meine empfindliche Kopfhaut nicht allzu oft der Hitze aussetzen – super! 

Langzeitwirkung 


Zum Mandelöl muss ich noch etwas sagen: bei der Bewerbung für das Projekt wurde man gefragt, ob man eine Nussallergie habe. Die ist bei mir nicht der Fall, dennoch machte mich das neugierig – darf man als Nussallergiker die Produkte der Keratin Protect Serie und somit auch die Bürste nicht verwenden? Ich fand weder auf der Homepage de.remington-europe.com, noch in der Produktbeschreibung auf der Projektseite oder der Bedienungsanleitung dazu eine Aussage, fragte nach und bekam folgende Antwort: „Da ja in der Tat Partikel abgegeben werden, sollten Menschen mit Nussallergien von der Benutzung des Produktes absehen.“ Anscheinend steht ein Hinweis dazu auch auf der Verpackung, was ich aber nicht überprüfen kann, da ich meine bereits entsorgt habe.
Ich denke mal, man muss schon extrem allergisch auf Nüsse reagieren, um beim Bürsten durch diese winzigsten Partikel etwas zu spüren, aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!

AUSSENWIRKUNG

Diese Geschichte will ich euch nicht vorenthalten, auch meine Umwelt in Form von zweien meiner Söhne reagierte auf die Ergebnisse der Glättbürstenanwendung.
Mein mittlerer Sohn hasst es, wenn ich die Haare glatt trage. Beim Friseur lasse ich sie immer glatt föhnen, wenn ich dann nach Hause komme und er mich sieht, zieht er ein Gesicht und meckert. Ich war im Bad gerade fertig, da kommt er rein, guckt mich an, verzieht das Gesicht... und bevor er meckern kann, sage ich schnell: "Ich kann nichts dafür, ich muss derzeit eine Glättbürste testen." ;-)
Meint er: "Hast du die Haare dann jetzt öfter so doof glatt?" *lach*
Später kommt mein Ältester zu mir ins Zimmer, stutzt und fragt: "Warst du heute schon beim Friseur???"
Wenn das mal nicht absolut für die Glättbürste spricht...




WAS ZU MECKERN?

Zunächst mal nicht, denn ich habe noch einen weiteren positiven Aspekt zu vermelden: die Bürste kostet 59,99 Euro, nicht allzu teuer, wie ich finde, doch für manche ist das sicher viel Geld. Dafür gibt Remington aber ganze 3 Jahre Garantie drauf und wenn man seine Bürste auf der Homepage registriert sogar noch ein weiteres Jahr zusätzlich.

Aber es kann doch nicht sein, dass ich gar nichts zu motzen finde, kritisch wie ich immer bin? Okay, ich finde, die Sache mit der Nussallergie könnte etwas besser kommuniziert werden, vor allem in der Produktbeschreibung in Shops und auf Homepage selber, damit Kaufinteressierte sich darüber von vornherein im Klaren sind. Eine wirklich klare Aussage im Detail habe ich bis heute nicht erhalten (auf meine Anfrage über das Kontaktformular und über Facebook bei der Firma direkt habe ich überhaupt keine Antwort erhalten, was ich schade finde). Und manche Testerinnen bemängeln, dass es zu dieser Bürste (im Gegensatz zum Glätteisen aus der Serie) keine Aufbewahrungstasche gibt, mir persönlich fehlt eine solche allerdings nicht.

Ansonsten bin ich mit meiner neuen Bürste mehr als zufrieden. Sie liegt gut in der Hand, lässt sich einfach anwenden, bringt tolle Ergebnisse in kurzer Zeit, die lange anhalten und schon dabei meine trockenen Haare. Was will man mehr?

Wie ist es bei euch, seid ihr mit euren Haaren zufrieden? Benutzt ihr Glätteisen, Lockenstäbe oder vielleicht sogar eine Glättbürste? Wäre die hier etwas für euch?

Liebe Grüße
Eure Kerstin