Sonntag, 4. Mai 2014

WILLI SAUST DURCH`S HAUS...

...und was kommt dabei raus?

Hallo ihr Lieben,

nachdem von der Lumea-Front nichts Neues zu vermelden ist (ernsthaft, ich sehe noch überhaupt keine Veränderungen *schluchz*), widme ich meinen neuen Blogeintrag erneut meinem kleinen Haushaltshelfer, den ich für die Empfehlerinnen testen darf und den ich "Willi" getauft habe: den Vileda Relax Cleaning Robot. Ich hatte euch ja vor Kurzem ja schon gezeigt, wie der aussieht und die grundlegenden Funktionsmerkmale erklärt - wer das verpasst hat oder sich noch mal schlau machen möchte, klicke bitte HIER



 Nachdem Willi nach 12-stündiger Aufladung bereit für seine Arbeit war, durfte er im Laufe der Woche sämtliche Bodenbeläge in den verschiedensten Räumen unterschiedlichster Größe reinigen, was er mal besser, mal schlechter geschafft hat. Wir haben von Fliesen und Stein, über Laminat und Klickparkett bis hin zu Teppichboden alles, was man zum ausgiebigen Testen braucht, so dass ich euch detaillierte Ergebnisse
bieten kann. Doch zunächst einmal:

WAS HABE ICH ERWARTET?

und was nicht. Klar ist, dass ein Staubsaugerroboter nicht alles schafft, was man mit den normalen Staubsauger erledigen kann. So ist er in Ecken nicht ganz so gründlich, er geht keine Wände hoch und saugt keine Oberkanten z.B. von Teppichleisten ab. Durch seine Form kann er nur in Bereichen saugen, in die er auch rein passt - schmale Spalten zwischen Möbeln bleiben unbearbeitet. Auch quetscht er sich natürlich nicht unter Möbel, die tiefer liegen als er hoch ist oder saugt Krümel aus Sofaritzen.

Ich habe von früher her Erfahrungen mit einem Roomba von iRobot, doch schon vorher war mir bewusst, dass ein Staubsaugerroboter einen Staubsauger welcher Art auch immer nicht ganz ersetzen kann. Aber immerhin sollte er den Gebrauch eines solchen seltener nötig machen bzw. soll er freie und zugängliche Flächen so zuverlässig säubern, dass man nur hin und wieder mit einem Hand- oder Akkusauger (ich habe den genialen Dyson OnTop) in Ecken und Spalten die Reinigung ergänzen muss.

Allen Staubsaugerrobotern ist gemeinsam, dass man vor Benutzung manche Dinge wie zum Beispiel Bodenvasen, Kerzenständer, Stühle etc. hoch- bzw. wegstellen muss. Außerdem sollten Kabel möglicherweise nicht im Weg liegen: Willi hat zwar einen Blockade-Sensor, der immer dann ausgelöst wird, wenn die Räder oder Bürsten blockiert sind. Dann versucht er sich rückwärts davon weg zu bewegen und zu befreien, besser ist aber, er verheddert sich erst gar nicht. 

WAS LEISTET WILLI?

Willi hat keine Schmutzsensoren an der Unterseite wie manch andere Staubsaugerrobotor. Er fährt je nach Programmwahl eine bestimmte Zeit lang ziemlich unkoordiniert in der Landschaft herum, man kann auch nicht wirklich ein System erkennen - mal saust er gerade durch den Raum, bis er irgendwo anstößt und wendet, mal fährt er Spiralen, mal an Kanten entlang.

Schätzt man die Raumgröße aber korrekt ein und wählt aus den drei Stufen das jeweils passende Programm aus, läuft er lange genug um alle Bereiche erreicht und gesäubert zu haben. Auf der niedrigsten Stufe dauert die Reinigung 5 Minuten, im mittleren Programm 30 Minuten, bei Druck auf die Taste mit den drei Punkten 60 Minuten. Letztendlich muss man aber am Ende nachschauen, ob auch wirklich alles sauber ist und gegebenenfalls einen weiteren Durchgang starten.

Gehen wir mal in die

KÜCHE

Meine ist sehr groß, fast 30 Quadratmeter, mit viel freier Fläche.  Ich stelle lediglich die Stühle am Essplatz hoch und ziehe den Tisch etwas nach vorne, dann kann es schon los gehen. Für Willi ein Kandidat für Programm drei, er saust unbehindert aus den Fliesen herum und kann sich so richtig austoben, dabei ist er erstaunlich leise. Stößt er irgendwo dagegen, rumst es zwar schon, aber dank des wirklich guten Puffers auch nicht heftig und Beschädigungen an Möbeln braucht man nicht zu befürchten.

 Ich zeige euch mal, wie der Küchenboden nach dem Sonntag aussieht, wenn jeder meiner Männer Sonntags daheim war und fleißig gekocht, gebacken und gevespert hat:







Normalerweise kehre ich zwischendurch am Wochenende schon mal zusammen, aber diesmal wollte ich Willi dem Härtetest unterziehen. Nach 60 Minuten sieht alles auch sehr sauber aus,anschließend begann ich nass heraus zu wischen und siehe da:






Der feuchte Schrubber schiebt doch noch ein paar Haare, Staub und Krümel zusammen.
Das Meiste hat Willi sich aber doch einverleibt, hier seht ihr, was im Schmutzfangfach war:



Im WOHNZIMMER

haben wir Parkett und darauf in der Mitte des Raums einen etwas dickeren Orientteppich liegen. Dessen Kante ist nicht ganz 1cm hoch und hier hatte Willi echte Probleme. Die Kante ist nicht hoch genug, dass er dagegen rumst und umdreht. Fährt er aber nicht ganz gerade darauf zu, kommt er nicht drüber, bleibt hängen und dreht durch. Ich musste ihn dann anschubsen, damit er die Hürde schafft und auf dem Teppich weiter saugt. Was bedeutet, dass ich dabei bleiben muss, wenn er das Wohnzimmer saugen muss und das ist nicht wirklich der Sinn der Sache. Das Parkett war anschließend sauber, der Teppich zumindest oberflächlich auch, bei dem Muster ist es etwas schwierig zu erkennen, ob er "porentief rein" ist.

Im großen FLUR

ebenfalls mit Klickparket hatte Willi wiederum überhaupt keine Schwierigkeiten und säuberte neben dem glatten Boden auch den flachen kleinen Vorlegeteppich einwandfrei. Hier war es sehr spannend zuzusehen, wie er mit den Kanten zur Treppe klar kommt - sind die Absturzsensoren wirklich zuverlässig? Absolut, droht Willi ins Leere zu geraten, dreht er ab.

Auch im EINGANGSBEREICH

mit Granitboden machte Willi eine gute Figur und ließ keine mit bloßem Auge sichtbaren Flusen, Brösel, Bodenkrumen, Tierhaare etc. zurück.

Im SCHLAFZIMMER

dagegen gab es wieder die gleichen Probleme wie im Wohnzimmer, so dass ich den etwas dickeren Teppich und Bettvorleger entfernte und separat ausklopfte. Hier trat auch ein neues Problem auf: wir haben ein sehr kleines Schlafzimmer, zwischen meinem Bett und der Wand beträgt der Abstand gerade mal 60cm. Willi fuhr da zwar problemlos rein, kam aber beim Drehen durcheinander. Es stieß gegen die Wand, drehte, stieß gegen das Bett, blieb kurz stehen, drehte dann wieder, fuhr ein Stück gerade aus... aber nicht ganz raus, drehte wieder Richtung Wand, stieß an und drehte sich zum Bett, stieß an, blieb kurz stehen...

Hätte ich ihn heraus geholt, hätte er sich im Kreis gedreht bis der Akku alle gewesen wäre. Auch im Schlafzimmer ginge es nur unter meiner Aufsicht - schade.

Im BAD

auf Fliesen war Willi wieder der King und auch unser winziges Gästeklo saugt er wirklich gut. Ein Desaster war die Leistung dafür wiederum im oberen Stockwerk bei meinen Jungs. Ich gebe zu, da ich mich dort nicht regelmäßig darum kümmere, weil das eigentlich die Aufgabe der Söhne sein sollte, war der

TEPPICHBODEN IM FLUR

dort der absolute Härtetest. Der Verloursteppich ist alt und mittlerweile sehr flach getreten (soll auch dieses Jahr ersetzt werden) - das heißt aber auch, dass Willi keinen Dreck aus Hochflor zu holen hatte. Leider hat er auf ganzer Linie versagt und sich zwar größere Brösel und kleine Papierschnipselchen perfekt einverleibt, aber alles an Staub und Tierhaaren nur zusammen geschoben. Wisst ihr, wie es aussieht, wenn der Bauer auf einer Wiese Heu zusammenschiebt, um es später mit dem Ladewagen aufzusammeln? Ungefähr so muss man sich das Muster auf dem Teppich vorstellen:



Willi war mit unterschiedlichen Ergebnissen die Woche über also wirklich fleißig, da will ich nicht meckern... auch wenn er für diese Räume insgesamt wirklich fast eine Woche gebraucht hat, bis er einmal durch was, was schlicht und ergreifend daran liegt:

DIE AKKULEISTUNG

ist nicht wirklich der Brüller. Nach einer Stunde "Küche" ist er fast platt, da brauche ich keinen anderen Raum mehr anfangen (außer vielleicht das Bad oder das Gästeklo). Das Aufladen dauert 4-5 Stunden, so dass es erst am nächsten Tag weiter gehen kann, fängt man nicht schon morgens an und macht bis abends weiter.

DIE REINIGUNG

ist ebenfalls so eine Sache. Das Schmutzfangfach ist relativ klein, saugt man einen Raum wie meine Küche und ist dieser etwas dreckiger, ist es ruckzuck voll. Man kann es zwar leicht per Knopfdruck entnehmen, aber etwas Dreck fällt dabei immer wieder raus. In diesem Fach befindet sich auch ein Staubfilter, den man hin und wieder entnehmen und reinigen sollte. Das habe ich aber noch nicht gemacht. Ein Ersatzfilter (für den Fall, dass der erste zu verdreckt ist und nicht mehr sauber wird) befindet sich im Lieferumfang.

Am Boden von Willi befindet sich eine entnehmbare Platte (deckt wohl die Lüftung ab) mit einer doppelten Gummilippe, durch die der Schmutz irgendwie transportiert wird - so ganz habe ich das System nicht kapiert, zumal der Roomba so etwas nicht hat. In der Gummilippe bleibt Unmengen an Staub und Fussel hängen, das Entfernen dieser "Mullen" ist eine ziemlich fitzelige Angelegenheit. Die zwei Bürsten an der Unterseite (Gummi und Borsten) kann man leicht entnehmen, die Borsten der einen Bürste sind aber ziemlich weich und sie ist nicht einfach zu säubern. Auch das Einsetzen ist ein wenig fummelig, geht aber.



Last not Least zieht der gesamte Unterboden von Willi extrem Staub an, hier muss man wirklich mal mit dem Swiffer oder einem Staublappen drüber fahren. Vor allem sollte man immer darauf achten, dass die Absturz-Sensoren sauber sind, dann sonst kann es für Willi an der Treppe böse enden - eine akustische Warnung, dass er nichts mehr sieht gibt es nicht.





DER TRANSPORT


egal in welchen Raum oder zum Aufladen (nicht vergessen, Willi auszuschalten - aber er piepst solange, bis man das tut, wenn er nicht arbeitet) ist durch das leichte Gewicht kein Problem. Der Griff, den man an der Oberseite nach oben herausziehen kann sollte s noch vereinfachen, allerdings ist der mehr als mickrig und knackst dermaßen, dass ich immer Angst habe, er bricht heraus. Außerdem komme ich mit meinen wirklich schmalen Fingern kaum darunter, ein Mann mit größeren Händen kann das gleich mal vergessen, da muss man nicht mal Wurstfinger haben.

FAZIT

Eine grobe Empfehlung "Ja" oder "Nein" kann ich nicht geben, denn es kommt wirklich darauf an, was man erwartet und wie die persönliche Wohnung beschaffen ist. Ich fasse daher noch einmal die Vor- und Nachteile zusammen:

+ leicht zu transportieren
+ überall aufzuladen, da keine Ladestation, daher auch leicht unterzubringen
+ reinigt auf glatten Böden in sehr großen Räumen ausreichend gut, in kleineren sehr gut
+ ist leise (wenn ich auch nicht nebenher fernsehen möchte)
+ günstiger Preis (ab 150 Euro im Netz, 199 Euro bei Vileda)
+ federt gut ab, wenn er an Wände oder Möbel stößt
+ erkennt Treppenabsätze perfekt

- Transportgriff nur für schmale Finger, kracht auch beim Anheben (stabil?)
- bleibt an etwas höheren Teppichkanten hängen
- kommt aus schmaleren Zwischenräumen nicht mehr raus
- Teppichreinigung = unbefriedigend
- Akkuleistung zu kurz, Ladezeit dafür zu lang
- Schmutzfangfach sehr klein, Reinigung etwas umständlich
- kein Warnsignal bei verschmutzten Sensoren
- rotierende Seitenbürste dürfte etwas länger sein, um Ecken besser zu säubern.

Insgesamt gesehen darf und kann man von einem Staubsaugerroboter in dieser Preisklasse nicht genauso viel erwarten wie z.B. von einem Roomba der neueren Generationen, die mit über 400 Euro das Dreifache und mehr kosten. Der Hersteller wirbt für den Vileda Relax auch mit "für die tägliche Zwischendurchreinigung" - wenn ich nicht zu viel Schmutz anfallen lasse und ihn täglich laufen lasse, tut er seine Dienste in einer nicht zu großen Wohung durchaus und die Preis-Leistung ist in Ordnung.

Für Wohnungen mit nicht allzu vielen, mittelgroßen Räumen, die nicht sehr voll gestellt sind und hauptsächlich über glatte Böden verfügen ist Willi sicher eine Bereicherung. Hat jemand von euch ein minimalistisch eingerichtetes Loft? Kauf euch einen Willi, da wäre er perfekt.

Für Hausbesitzer lohnt er sich eher weniger, weil die Akkuleistung dafür nicht gut genug ist. Ob man für eine schnelle Zwischenreinigung nicht doch eher mal zu Besen und Kehrschaufel greift? Ist billiger und auch nicht viel mehr Aufwand - für das tatsächlich anfallende grundlegende Staubsaugen in einem Mehr-Personen-Haushalt mit Tieren reicht die Kapazität des Vileda Relax nur bedingt. In dem Fall würde ich lieber etwas sparen und mir doch einen Roomba oder ähnlich leistungsstarkes Gerät kaufen. Mit viel Teppichboden im Haushalt rate ich vom Vileda Relax ab.

Sterne zu vergeben ist hier nicht einfach, da das Gerät einerseits für bestimmte Situationen klasse, andererseits dann aber auch wieder überhaupt nicht geeignet ist. Deswegen bleibe ich mit drei Sternen von 5 in der goldenen Mitte und empfehle Kaufinteressierten, ihre eigenen Bedürfnisse, räumliche Situation und Erwartungen anhand meiner Erfahrungen und Einschätzungen zu überprüfen.

Liebe Grüße
Eure Kerstin

PS: ich habe auch noch ein bisschen gefilmt, wenn Willi gearbeitet habt... wenn ich die Zeit zur Bearbeitung finde, folgt ein Video. Sagt mit doch, ob euch das interessiert und/oder kommentiert, was ihr nach diesem Bericht von Willi haltet - ich würde mich freuen.