Mittwoch, 10. Juni 2015

PHILIPS SMART-TV TEIL 2 & FAZIT

Hallo ihr Lieben,

zurück aus dem wunderschönen und durchaus erholsamen Urlaub bin ich wieder voll im Alltag gelandet. Und natürlich auch wieder voll im TV-Produkttest, denn was letzte Woche liegen blieb, will nun nachgeholt werden. Die letzten zwei Tage habe ich also geglotzt und ausprobiert was das Zeug hielt und bin zu einem Fazit gelangt - dies aber erst zum Schluß.

Voher möchte ich euch noch etwas mehr über diese interessante Flimmerkiste erzählen. In meinem letzten Post ging ich ja auf die ganz normalen TV-Funktionen wie Bildqualität, Ton, die Fernbedienung, Aufnahmen und die Philips-Besonderheit des Ambilight ein. Wer das verpasst hat oder noch einmal nachlesen möchte, findet es HIER.

Im zweiten Teil beleuchte ich nun die Eigenschaften, die das Gerät als Smart-TV auszeichnen. Fangen wir an mit

ANDROID

Das Betriebssystem kennt so ziemlich  jeder vom Smartphone her, gibt´s aber eben auch bei dieser Mattscheibe. Einige Apps wie zum Beispiel Skype, Spotify, die Mediatheken von ARD, ZDF und arte, Youtube und die Videodienste Maxdome, Netflix, Watchever und Videociety sind bereits installiert. Viele sind es nicht, wenn ich da im Vergleich zum Beispiel an die Vorinstallationen auf meinem Laptop denke. Muss ich aber auch nicht haben, dort habe ich eine Menge deinstalliert.

Eine andere Sache ist es, wenn man für einen persönlich interessante Apps installieren möchte. Im Prinzip geht man einfach in den Play-Store und lädt runter. Leider ist die Auswahl dort sehr begrenzt. Ich wollte zum Beispiel die VOX Now App... gibt´s nicht für den TV. Ich lerne per Babbel Italienisch und habe auf dem Handy die Babbel-App dafür. Gemütlich vom Sofa aus lernen wäre doch klasse: Babbel-App gibt´s nicht für den TV. Hat wohl irgendwas mit Lizenzen und so zu tun, aber dadurch ist das Android-Feeling natürlich schon ziemlich abgespeckt.



Ich widmete mich also dem, was da war und so zu hundert Prozent hat es mich leider auch nicht zufrieden gestellt. Die Anmeldung bei Skype verlief zwar ohne Probleme und ich konnte auch meinen Sohn einen Stock höher anskypen, aber während er mich mit nicht ganz so toller Bildqualität sah und auch hörte, kam bei mir ein Bild aber kein Ton unten an. Da muss ich also noch eine Lösung finden. Ein zum Test heruntergeladenes Minion-Game ließ sich zwar laden und vorerst starten, aber nach der Anleitungsseite mit dem Hinweis "Drücken Sie eine beliebige Taste zum Fortfahren" drückte ich wie wild und nichts tat sich. Youtube lädt ewig und ruckelt, was aber eher unserem schlechten WLAN-Signal im Wohnzimmer als dem TV zuzurechnen ist.





Was super klappt ist das Abrufen von Emails. Man gibt seine Email-Adresse und das Passwort im Startfenster ein und der Account ist geladen. Der Posteingang wird angezeigt, man kann die einzelnen Mails anklicken, lesen und auch das Löschen geht per Klick auf die rote Taste einwandfrei. Die Testmail, die ich an einen meiner anderen Accounts auf den Laptop geschickt habe, kam an. Passt alles. Ich sehe nur ein kleines Problem darin, dass man ohne Neuanmeldung auf den eingespeicherten Account zugreifen kann, wenn man diesen nicht nach jedem Besuch quasi löscht. Ich habe zwar vor meiner Familie nichts zu verbergen, aber trotzdem muss nicht jeder meine Mails lesen können - ich denke da zum Beispiel an Bestellbestätigungen für Geburtstagsgeschenke etc. Von daher werde ich dieses Feature eher nicht nutzen, aber es ist gut zu wissen, dass es im Bedarfsfall funktioniert.

Email ist angekommen :-) 



Bisher waren wir keine Nutze von Videodiensten, aber im Zuge eines ausführlichen Produkttests musste ich natürlich auch hier ran und Neuland betreten. Ich wählte auf die Schnelle Maxdome aus für meinen Versuch, meldete mich an und beschloß, eine Folge "Dr. Who" anzusehen. Klappt bestens direkt am TV, mehr gibt´s dazu nicht zu sagen.

Was die Apps betrifft, sind meine Erfahrungen also durchwachsen. Wenn man damit wirbt, aber dann doch nicht das ganze Programm zu haben ist und so manches auch nicht perfekt funktioniert, ist das für mich leider schon ein Abzugskriterium.

ANSCHLÜSSE

Natürlich ist man nicht ausschließlich auf Daten und Möglichkeiten innerhalb des TV´s angewiesen, sondern kann auch diverse andere Geräte anschließen und quasi "von außen" den Bildschirm nutzen.
Das Schöne dabei ist, dass die meisten Anschlüsse links an der hinteren Seite angebracht und damit supergut erreichbar sind. Für HDMI und USB muss man sich nicht umständlich zur Rückwand durchquälen. Was bedeutet, dass Spielekonsolen oder USB-Sticks in nullkommanix angestöpselt sind.



Mein Sohn hat zum Beispiel seinen Laptop per HDMI-Kabel angeschlossen und ein Spiel gespielt - den Fernseher quasi als Monitor genutzt. Hat auch einwandfrei funktioniert. Unsere Wii U an den Fernseher zu packen und ein Spiel anzuschmeißen war für mich - die ich nicht unbedingt die größten Erfahrungen mit Konsolen habe - überhaupt kein Problem. Auch hier wird mir eine tolle Grafik und ein glatt laufendes Spielvergnügen geboten. Die alte Wii liefert leider ein übles Schwarz-Weiß-Bild, Sohnemann meint aber, das sei seit einer Weile oben an seinem TV auch so und läge wohl am Kabel oder an der Konsole selber. Schade, sonst hätte ich mir die für "unten" annektiert.



Nach dem Urlaub habe ich auf die Schnelle eine Diashow über unser Hotel erstellt und diese auf einen USB-Stick gezogen. Diesen an den TV anzudocken war absolut unkompliziert, er wurde sofort erkannt, die Ordner wurden angezeigt, die Show konnte ich auswählen und anklicken... und in der gleichen Qualität ruckelfrei wie auf dem Laptop anschauen. Nur eben viel größer und es hätten mehrere Leute bequem mitgucken können.



Wer keine Scheu vor etwas komplizierterer Technik hat, kann natürlich auch die Rechner im Haus über das Netzwerk verbinden und die Dateien für den Fernseher freigeben. Dafür muss man einen MediaServer installieren, was ich mit "Twonky" gemacht habe. In der Tat kann ich damit vom TV aus Dateien meines Rechners abrufen, aber irgendwie ist das eine frei gegeben, das andere wieder nicht und mir persönlich ist das alles etwas zu umständlich. PC-Cracks werden aber sicher ihre Freude daran haben ;-) 






WEITERE FEATURES

Ganz witzig fand ich die Möglichkeiten der Gesten- bzw. Sprachsteuerung. Hat was sehr futuristisches, ist in meinen Augen nicht wirklich nötig, wäre aber ein nettes Gimmick... wenn es denn funktionieren würde.


Beides war leider alles andere als zufriedenstellend. Die Gestensteuerung funktionierte überhaupt nicht. Ob es daran liegt, dass mein Fernseher relativ tief steht und die Kamera mich nicht richtig herumwedeln sieht (ich habe es allerdings aus allen möglichen Positionen versucht) oder ob das Ganze einfach nicht ausgereift genug ist, kann ich nicht beurteilen. Die Sprachsteuerung spricht zwar an, aber völlig unzureichend. Entweder bekomme ich die Meldung, man würde mich nicht verstehen und ich müsse näher an das Mikro gehen und deutlicher sprechen. Oder ich werde verstanden: dann dauert die Bearbeitung der Anforderung ewig lange, um letztendlich nicht zum gewünschten Ergebnis zu führen. Ich bat zum Beispiel darum, auf SIXX umzuschalten und erhielt den Programmplatz 6 (RTL2). Okay, kann man verwechseln, aber warum YouTube geöffnet wird, wenn ich darum bitte in ARD umzuschalten ist mir schleierhaft. Ich verzichte also dankend, aber da ich das wie gesagt auch nicht für nötig halte, gibt es dafür keinen Abzug.




 Auf sämtliche in meinen Augen nebensächlichen Details kann und will ich nicht eingehen, da gäbe es noch viel zu entdecken und berichten. Eines muss aber noch erwähnt werden: der Philips 48PFS8159 verfügt über eine 3D-Funktion. Die beigelegten Aktiv-3D-Brillen sind zwar wohl für erfahrene 3D-Nutzer nicht die tollsten und auch ich meine ohne jegliches Vorwissen, dass es nicht so praktisch ist, dass die Bügel nicht einklappbar sind (wie und wo verstaut man die Teile bei Nichtgebrauch und wie stabil ist das auf Dauer?). Aber sie lassen sich bequem tragen - auch bei Brillenträgern wie mir oder meinem Mann - und funktionieren perfekt. Ich habe das mit Demo-Videos auf Youtube in Verbindung mit meinem Smartphone ausprobiert (vom Handy auf den TV läuft Youtube ruckelfrei) und bin ganz begeistert von meinem ersten 3D-Gucken.

Zu guter Letzt komme ich wieder auf einen Negativ-Punkt zu sprechen:

ABSTURZ!

Manche meiner Mittester erzählen von permanenten Abstürzen und Hängern des TV. Ich kann das so nicht bestätigen, allerdings hat sich auch bei mir das Gerät ein einziges Mal so aufgehängt, dass ich es erst wieder in Gang brachte, als ich es kurz vom Netz nahm.

Das passierte nicht einmal bei der Bedienung von Apps oder Internet, sondern bei der simplen Life-Pause. Ich hatte diese aktiviert und als ich weiter gucken wollte, ging nichts mehr. Schwarzer Bildschirm, egal was ich machte. Auf Standby schalten und wieder anmachen brachte nichts. Auch als ich den TV per Hauptschalter aus- und wieder an machte, änderte das nichts. Ich musste ich doch tatsächlich vom Stromnetz trennen und wieder einstecken, bevor ich weiter fernschauen konnte. Zum Glück waren dadurch wenigstens keine Einstellungen oder Programmierungen futsch, aber etwas gefrustet hat mich das schon.

Ich sehe das so: je mehr Technik und Chichi ein Gerät hat, desto anfälliger ist es halt auch. Man kennt das ja auch vom PC - erst vor ein paar Minuten ist mein relativ neuer, nicht zugemüllter und virenfreier Laptop abgestürzt.  Wenn das nur selten passiert und auch schnell gelöst werden kann, kann ich damit leben und ein Auge zudrücken. In Kombination mit der Tatsache, dass der TV hin und wieder etwas schwerfällig auf die Befehle per Fernbedienung reagiert und man Geduld haben muss, gibt das von mir einen halben Stern Abzug.

Soweit, so gut, ich denke, ich habe die wichtigsten Aspekte dargelegt (ist sowieso schon wieder ein ellenlanger Bericht geworden, was aber bei so einem vielfältigen Apparat kein Wunder ist) und komme zum

FAZIT

Als reinen Fernseher gesehen würde ich dem Philips 48PFS8159 glatte 5 Sterne geben, denn der nicht hunderprozentig optimale Sound lässt sich verschmerzen oder mit einer Soundbar /Heimkinoanlage etc. verbessern.

Für das doch nicht ganz die Erwartungen erfüllende App-Programm muss ich einen halben Stern abziehen, auch wenn ich persönlich darauf verzichten kann. 
Ein weiterer halber Stern geht für die Schwerfälligkeit und Absturzgefahr flöten, so dass ich letztendlich bei 4 Sternen von 5 lande. 

Der Smart-TV hat eine ursprüngliche UVP 1190,00€, jetzt von 1048,00 Euro (im Philips-Onlineshop)  und ist im Netz bei nachweislich seriösen Anbietern ab 1.084,00 € zu haben. Die Preis-Leistung ist gut, könnte aber etwas besser sein - wer wirklich auf die "Smart"-Features viel Wert legt, hat sicher seine Probleme mit den kleinen Mängeln auf diesem Gebiet, wer darauf ganz verzichten kann, braucht keinen TV zu diesem hohen Preis.

Meine Empfehlung kann ich trotzdem ausprechen für Leute wie mich, denen ein Fernseher hauptsächlich zum Ansehen von Serien, Dokus und Filmen zu Nutzen sein muss, die aber auch Spaß an kleinen Extras haben. Bei uns hat er (vor allem natürlich zu dem Sonderpreis, den wir Tester bekommen - das gebe ich ehrlich zu) seinen Platz gefunden und darf bleiben. Meine Männer hätten ihn sowieso nicht mehr hergegeben: unser "Alter" hatte keine 48, sondern 38 Zoll und "Groß" guckt sich Fußball viel schöner *lach*



Ich bedanke mich für eure Geduld beim Lesen und freue mich auf eure Kommentare und Ansichten zu diesem Thema

Liebe Grüße
Eure Kerstin

#tvmoviescouts #phillips8100test