Dienstag, 26. Mai 2015

PHILIPS HD8847 - EIN VOLLAUTOMAT FÜR VOLLEN GESCHMACK



Hallo ihr Lieben,

jetzt aber... endlich... der lange versprochene Bericht über den Kaffeevollautomaten von Philips, den ich für die "Trendsetter" testen darf. Ich leg ohne viel Vorabgeschwafel gleich mal los...





AUSPACKEN, ANGUCKEN, AUFSTELLEN

Gespannt wartete ich auf mein Paket und machte schon einmal Platz für den Vollautomaten neben meinem Kühlschrank in der Hoffnung, dass er dort hin passen würde. In meiner Vorstellung sah ich nämlich bereits ein riesiges Gerät auf mich zukommen. Mit den Maßen 215 X 429 X 330mm (L X T X H) ist er aber doch erfreulich kompakt. Die ziemlich kurze Kabellänge mit gerade mal 75cm bereitet in meinem Fall mit dem Standort direkt neben einer Steckdose keine Probleme, hat mich aber erstaunt – länger wäre sicher für viele besser.



Der schwarze, robuste Kunststoffkorpus mit dem silberfarbenen Auslauf, Metallabtropfgitter und Edelstahltasten macht einen durchaus eleganten Eindruck – Schwarz & Edelstahl ist sowieso mein Lieblingsdesign bei Küchengeräten. Das Display ist ausreichend groß und mit gelber Schrift bzw. grün leuchtenden Symbolen sehr gut ablesbar. Einzig zu bemängeln wäre hier vielleicht, dass man keine Sprachwahl treffen kann: heutzutage sind zwar die meisten Leute des Englischen mächtig, ältere Herrschaften könnten aber vielleicht Probleme bekommen. Diese lassen sich aber sicher mit Hilfe der hervorragenden und detaillierten Bedienungsanleitung lösen, zumal man sich kaum schwerere Worte als „Water“, „Drinks“, „Calc“ oder „Milk Froth“ merken muss, deren Bedeutung man zur Not auch erraten kann.



VORBEREITUNG

Bevor man die erste Tasse Kaffee aus dem HD8847 trinken kann, muss erst ein Vorbereitungsprogramm durchgeführt werden, das nicht automatisch abläuft und bei dem die Maschine entlüftet und gespült wird. Anhand der bereits erwähnten Bedienungsanleitung, die einen sowohl mit Text als auch mit Bild Schritt für Schritt führt ist das aber schnell gemacht und kein Hexenwerk. Mit dem beiliegenden Teststreifen wird die Wasserhärte bestimmt, die für die Häufigkeit der Entkalkung wichtig ist – der gemessene Wert wird an der Maschine eingestellt, die dann zur gegebenen Zeit auf die Notwendigkeit des Entkalkens hinweist.



Wir filtern unser sehr hartes Wasser für alle Geräte mit einem Brita-Filter, so dass die weichste Stufe angezeigt wurde. Alternativ kann man auch einen speziellen Wasserfilter namens INTENZA+ einsetzen, in meinem zusätzlichen Probepaket waren zwei davon, die ich derzeit nutze, aber nicht nachkaufen werde.

Zuletzt müssen rechts oben die Kaffeebohnen (Klappe auf, Bohnen rein, Klappe zu), links oben das Wasser (Klappe auf…) eingefüllt werden. Der Wassertank kann zur einfacheren Befüllung auch entnommen werden, er fasst 1,8l.



COFFEE SWITCH

Was bietet mir nun dieser Vollautomat? Mit nur einem Handgriff kann ich zwischen Filterkaffe und Espresso wählen, indem ich den sogenannten CoffeeSwitch-Hebel vorne am Auslauf entweder nach unten drücke oder nach oben schiebe – in der jeweiligen Position ist das auch das Wort „Coffee“ bzw. „Espresso“ zu lesen. Ein Druck auf die Taste für Filterkaffee respektive Espresso oder Espresso Lungo bringt anschließend mit einem Pumpendruck von 15bar das gewünschte Getränk. Und damit aber auch gar nichts schief gehen kann, spuckt der Automat nichts aus, wenn man in der Espresso-Stellung auf Filterkaffee (und anders herum) drückt, sondern warnt im Display, dass der Hebel falsch steht um nach 30 Sekunden die Anwahl abzubrechen, wenn dieser nicht verstellt wird. Das System ist absolut idiotensicher.



Die maximale Tassenhöhe, die unter den Auslauf passt beträgt 150mm. Bei niedrigen Tassen hat man die Möglichkeit, den Auslauf nach unten zu ziehen, damit es nicht spritzt. Das funktioniert bis zu einem gewissen Grad, allerdings steht er in unterster Position bei sehr kleinen Espressotassen immer noch relativ hoch, so dass in dem Fall Kaffeespritzer im Umfeld nicht vermieden werden können.

DIE MILCHKARAFFE

ist für mich Fan von Cappuccino und Co. ein sehr wichtiges Element.
Für die Herstellung von Milchschaum entnimmt man die Heißwasserdüse links vorne am Gerät und setzt die Milchkaraffe mit Milch ein. Nachdem man den Auslauf der Karaffe herausgezogen und eine Tasse darunter gestellt hat, drückt man einfach die Cappuccino-Taste und erhält… keinen Cappuccino, sondern einen Latte Macchiato, was mich zunächst etwas irritiert hat. Der Unterschied? 



Beim Latte wird zuerst der Milchschaum eingefüllt, darauf der Espresso gegeben, was die typischen drei Schichten mit den dunklen Flecken oben auf dem Schaum ergibt (macchiato = fleckig, befleckt). Genau in dieser Reihenfolge arbeitet der Vollautomat im Cappuccino-Programm. Natürlich kann man sich aber auch einen Cappu machen, indem man zuerst einen Espresso heraus lässt und diesen mit Milchschaum extra krönt. Dafür geht man über das Menü zum Punkt Drinks, wählt „Milk Froth“ aus und startet den Vorgang per Cappuccino-Taste.



Den Milchschaum finde ich in jeder Hinsicht und Variante richtig gelungen, er ist schön fest und dabei doch cremig.

TEE

Auf die Idee wäre ich als Teetrinkerin nie gekommen, aber ich kann sogar eine schnelle Tasse Tee mit dem HD8847 zubereiten, indem ich einfach über das Menü -> Drinks den Unterpunkt „Hot Water“ anwähle. Schon läuft heißes Wasser aus der (wer hätte es gedacht) Heißwasserdüse. Unser Heißwasserbereiter „Filtrino“ von Bosch hat somit auch ausgedient, ein Gerät weniger, das herumsteht.

VARIABEL

Ich möchte nun nicht die gesamte Bedienungsanleitung rauf und runter leiern, muss aber erwähnen, dass man nicht auf bestimmte Einstellungen angewiesen ist, sondern diverse Punkte wie Menge des Getränks oder Stärke ganz nach Gusto verändern kann.



Die Stärke des Aromas kann man über das Display in vier Stufen verändern, zudem ist es möglich, direkt am Keramikmahlwerk mittels eines beigelegten Schlüssels den Mahlgrad 5-stufig von Fein bis Grob zu verstellen. Da dies bei laufendem Mahlwerk geschehen muss, hatte ich davor einen Heidenrespekt, als ich den feinsten Mahlgrad wählte. Man darf sich da aber nicht ins Bockshorn jagen lassen, sondern muss mit etwas Schmackes und ohne Scheu heran gehen, dann klappt das problemlos.
Zum Mahlwerk wäre noch zu sagen, dass es die Bohnen nicht überhitzt. Den von Philips als „leise“ bezeichneten Betrieb kann ich allerdings nicht bestätigen, mir kommt es zwar nicht übermäßig laut vor, aber wo gemahlen wird gibt´s auch Töne – mit dem Telefon am Ohr möchte ich nicht daneben stehen.

Über diverse Memo-Funktionen kann man sich die Ausgabemengen von Milchschaum oder Kaffee einstellen und abspeichern. Da uns allen hier aber die Werkseinstellungen das gewünschte Ergebnis bringen, habe ich diese Funktion nicht genutzt.

Was ich verändert habe, ist die Temperatur des Kaffees: mir kam er etwas zu kalt vor und ich forschte nach bis ich entdeckte, dass man auch diese höher stellen kann. Meine Männer – echt tolle Tester *g* - nahmen das bis dahin als gegeben an und sagten keinen Ton. Bis sie jetzt erstaunt feststellten, dass die Kaffeetemperatur (vor allem nach Zugabe von kalter Milch) auf einmal viel besser sei…


ÜBER GESCHMACK

lässt sich bekanntlich nicht streiten, aber in Bezug auf einen Kaffeeautomaten ist der Geschmack das wichtigste Thema. Ich kann mit Fug und Recht sagen, dass sowohl Kaffee, als auch Espresso, Cappu und Latte aus diesem Vollautomaten uns allen ganz hervorragend schmeckt. 



Der Beweis? Wie Eingangs gesagt sind wir keine großen Kaffeetrinker. Außer meinem Ältesten, der sich per Filtermaschine in seinem Zimmer grundsätzlich seinen eigenen Kaffee machte. Der lässt sich nun täglich seine Tassen aus dem HD8847 heraus.
Mein Mann und ich selber trinken seither auch mehr Kaffee als sonst… und ich natürlich nun auch Latte und Cappu, an die kein Kapselmaschinengetränk geschmacklich und optisch (Milchschaum) auch nur annähernd heran kommt.
Mein mittlerer Sohn – überhaupt kein Kaffeetrinker bisher – lässt sich jeden Morgen einen Kaffee vom Vollautomaten zubereiten. Auf meine Frage, was das für Neuheiten seien kam die Antwort: „Geht so schnell und schmeckt so gut.“ Nur mein Jüngster ist bis heute nicht zum Kaffeejunkie mutiert. Trotzdem kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass meine Befürchtungen, so ein Vollautomat würde sich bei uns nicht rentieren unbegründet waren.

Der Geschmack von Kaffee aus ganzen Bohnen ist sowieso immer der beste, anzumerken wäre aber trotzdem, dass man im Falle eines Falles den Vollautomaten auch mit gemahlenem Kaffee verwendet könnte, so man will.




NACH DEM GENUSS

kommt die Reinigung, vor der es mir schon ein wenig grauste – klar, dass die an mir hängen bleibt. Beim Einschalten, wenn der Automat in Standby geht oder wieder daraus erweckt wird, führt er einen automatischen Spülzyklus durch. Die Milchkaraffe soll man nach jedem Gebrauch grob unter lauwarmen Wasser (Deckel und Behälter getrennt) reinigen und anschließend in der Maschine mit Wasser befüllt über die Milchschaumfunktion spülen, wobei ich das nicht nach jeder Tasse sondern erst dann mache, wenn ich sicher bin an diesem Tag keinen Milchschaum mehr zu benötigen.

Täglich sollen zudem Abtropfschale und Kaffeesatzbehälter kurz ausgespült werden. Die Abtropfschale empfinde ich als ziemlich lang (geht durch die ganze Tiefe des Geräts) und nicht sehr hoch, so dass ich meistens nicht warte, bis der rote Anzeiger in der Mitte der vorderen Auffangschale angehoben ist. Der Transport zum Spülbecken ohne Geklecker ist einfacher, wenn nicht so viel Wasser drin ist und die Entnahme per Knopfdruck an den Seiten des Geräts ist denkbar einfach.
Der Kaffeesatzbehälter ist schnell gespült, da der Kaffeesatz in relativ trockenen und festen Paddies darin liegt.
Wöchentlich wird die Milchschaumkaraffe ganz auseinander genommen und kann sowohl in heißem Wasser als auch in der Spülmaschine gereinigt werden. Außerdem sollte nun auch die Brühgruppe aus dem Inneren des Geräts entnommen und gereinigt werden – davor hatte ich ein wenig Bammel, aber auch das geht ganz leicht und schnell. 



Monatlich muss man die Brühgruppe mit Kaffeefettlöser-Tabletten reinigen und dann schmieren und den Kaffeebohnenbehälter säubern – soweit bin ich noch nicht, aber nachdem alles bisher ohne viel Aufwand zu bewerkstelligen war, macht mir das auch keine Sorgen mehr. Auch Entkalken musste ich natürlich bis jetzt nicht, dafür gibt es ein Programm, das man startet und das dann automatisch durchläuft.



FAZIT

Dieses mit allem Für und Wider über meinen eigenen Tellerrand hinaus zu ziehen ist für mich diesmal gar nicht so einfach, denn wir sind kurz und gut gesagt absolut zufrieden. Wissen es aber vielleicht auch nicht besser. Ich möchte daher ausnahmsweise die negativ angemerkten Punkte der Mittester hinzu ziehen und dazu Stellung aus meiner ganz persönlichen Sicht nehmen:

-        Zu laut: das ist natürlich eine rein persönliche Empfindung, der man nichts entgegen halten kann. Es mahlt, es macht Geräusche, für meine Ohren ist es nicht zu laut.

-        nur englische Sprache:  wie im Bericht erwähnt für mich nicht so bedeutsam, weil man auch ohne Englischkenntnisse über die Bedienungsanleitung zurechtkommen kann.

-        Milchkaraffe wird nicht automatisch gespült: ja, das wäre schön. Ich weiß nicht, ob andere Maschinen in dieser Preisklasse (699,99 €) das machen, wenn ja, dann wäre es einen Abzug wert.

-        Abtropfschale zu lang und zu schnell voll: wie auch ich bemerkte. Ist jetzt kein großes Problem, aber dafür ziehe ich dann doch mal einen halben Stern ab in der Vermutung, dass es sich technisch auch anders lösen lassen würde.

-        Standby-Licht blinkt dauernd: ja und? Wer steht denn in der Küchen stundenlang vor dem Vollautomaten und guckt zu? Zumal das Blinken sehr langsam und nicht hektisch ist. Für mich kein Manko.

-        Kaffeeauslauf kann nicht weit genug herunter gezogen werden: stimmt bei sehr kleinen Espressotassen. Ein Wisch und alle Spritzer sind weg. Für mich kein Problem, außerdem könnte man die Tasse dann auch schnell mal höher darunter halten, eine kleine ist ja schnell voll. 

-        kein Tassenwärmer: sowas gibt es? Auch in dieser Preisklasse? Wusste ich nicht, habe ich mir nicht überlegt, vermisse ich nicht.

-        Kaffeebohnenbehälter (250g) zu klein: nee. Echt nicht. Selbst bei uns 4 Kaffeetrinkern muss ich nicht dauernd nachfüllen und selbst wenn – man kommt so leicht ran an die Sache, da ist das kein Aufwand.

-         kein wechselbarer Bohnenbehälter: okay, das ist ein Argument der „Profis“, bei denen daheim verschiedene Leute verschiedene Kaffeesorten bevorzugen. So große Kaffeekenner sind wir nicht, da gibt´s eine Sorte für alle und niemand hat ein Problem. Insofern nachvollziehbar, aber für uns kein Punkt für einen Abzug.



Meine Männer sagen einhellig: „Behalten! Keine Frage!“ Alles was ich toll finde, finden meine Mittester auch toll. Wo stehen wir dann? Bei einem zu vernachlässigendem halben Stern Abzug und Meckern auf ganz hohem Niveau, einen in meinen Augen tollen Preis-Leistungs-Verhältnis, einfacher Bedienung und wirklich leckeren Kaffeevariationen. 5 von 5 Sternen und meine Empfehlung!

Liebe Grüße
Eure Kerstin