Samstag, 8. März 2014

HESSNATUR - EIN STRICKJACKENTEST





Halli hallo, genießt ihr diesen wunderbaren Frühlings-Samstag?

Ich möchte euch heute von meinen Erfahrungen mit einer Strickjacke von hessnatur berichten, die ich für die hessnatur-Insider testen darf. Bei dem Projekt „Lieblingsstücke“ konnte man sich für eines von drei Oberteilen bewerben: einen Kapuzen-Pullover, eine Strickjacke mit Farbverlauf und eine geringelte Strickjacke im Blazerschnitt standen zur Auswahl. Alle drei Teile bestehen aus reinen Naturfasern.

Da ich keine Kapuzen mag und in der Farbverlauf-Jacke das obere Drittel gelb ist (überhaupt nicht meine Farbe), bewarb ich mich für das marineblau-weiß geringelten Jäckchen und hatte tatsächlich das Glück, beim Test dabei zu sein.







ES GEHT LOS

Am 14. Februar standen die Teilnehmer fest, schon kurz darauf trudelte mein Päckchen ein. Ich war sehr gespannt, denn ich habe mit Öko-Mode eigentlich nicht viel am Hut. Als nämlich die ersten Naturmode-Versender auf den Plan traten, war diese Art Mode nämlich ausgesprochen gewöhnungsbedürftig. Kleidungsstücke sahen aus wie Säcke und einen „Öko“ erkannte man schon von Weitem an seinen unförmigen Klamotten in immer den gleichen langweiligen Naturtönen. Zudem hörte sich Bio-Baumwolle politisch und ökologisch korrekt und sehr gesund an, verzipfelte aber nach der ersten Wäsche total oder ging extrem ein, so dass man nicht lange Freude daran hatte.

Doch die Zeiten ändern sich und das Jäckchen, das ich da auspackte sah absolut schick aus und keines Falls wie aus dem Schrank der Kelly-Family. Der glatte Ringelschnitt wird von einem kleinen Reverskragen ergänzt, kleine blaue Knöpfchen als Verschluss sehen sehr hübsch aus. Was ich auf den ersten Blick etwas schade fand war, dass die Knopfleiste und der Kragen nicht umsäumt sind. Zum Einen würde das dem Jäckchen noch etwas Pep geben, zum anderen verziehen Kopflöcher sich gerne, wenn kein Saum den Rand verstärkt. 



In der Tat ist das bei dieser Jacke auch der Fall, vor allem da sie sehr klein ausfällt. Ich trage normalerweise Größe 42, da es die Jacke nur in Doppelgrößen gibt (40/42, 44/46) hatte ich sie wohlweislich in der größeren Größe angefordert. Trotzdem sitzt sie ziemlich eng, so dass ich sie offen zwar gut tragen kann, bei geschlossener Jacke aber ein klein wenig in den „Presswurst-Look“ gerate. Da hilft auch der körperumspielende Schnitt leider nicht.
Hätte ich sie mir einfach so im Shop bestellt, wäre sie aufgrund dessen wohl zurück gegangen. Mit einer Rückenlänge von gerade mal 62 cm in dieser Größe ist sie auch nicht sonderlich lang, was bei meiner Größe von 1,80m schon auffällt.

Das Material selber ist erstaunlich fest, dabei aber wunderbar dehnbar. Eigentlich mag ich Kleidung lieber mit einem Elasthan-Anteil, weil dies einfach formbeständiger ist. In den meisten Fällen kann da eine Strickjacke oder ein Shirt aus 100% Baumwolle nicht mithalten, dass es dieses Jäckchen schafft, hat mich sehr positiv überrascht.  



KOMBINATIONEN

Als erste Testaufgabe sollten wir aus unserem „Lieblingsstück“ und dem Inhalt unseres Kleiderschranks Kombinationen erstellen. Hier erweist sich das Ringeljäckchen durchaus als vielseitig. Zu Jeans passt es sowieso, klasse ist natürlich auch der Marine-Look mit rotem, weißem oder blauem Shirt. Aber auch auf einem grünen fand ich meine neue Strickjacke nicht fehl am Platz, sehr schön ist sie für den Lagenlook mit einem längeren Shirt geeignet – da ist die kurze Länge dann doch wieder ein Vorteil.






NASS GEMACHT


In der zweiten Woche sollten wir unsere Oberteile waschen und unsere Erfahrungen mitteilen. Nachdem ich die Jacke in der Woche zuvor oft getragen hatte, kam sie nun in die Waschmaschine. Ganz normal mit der hellen Buntwäsche badete sie in 40 Grad und kam aus der Maschine heraus wie neu. In den Trockner darf sie nicht, das war mir auch von vornherein klar. Der Empfehlung, sie in Form zu ziehen und liegend zu trocknen konnte ich leider nicht nachkommen, da fehlt mir der Platz dafür. Also machte ich es wie mit anderen Cardigans oder manchen Shirts auch, die im Sommer raus an die Leine kommen – im Winter hänge ich solche Teile auf einen Bügel und im Schlafzimmer an die Vorhangstange über der Heizung.



Ich nahm also einen großen Jackenbügel (diese sind etwas breiter und verursachen keine Beulen an den Schultern), zog die Strickjacke noch etwas in Form (was kaum nötig war) und harrte der Dinge die da kommen. Etwas skeptisch war ich immer noch, reine Baumwolle wird ja gerne etwas steif beim Trocknen, wenn man wie ich keinen Weichspüler verwendet. Doch auch hier wurden meine Zweifel absolut nicht betätigt, im Gegenteil: das Material ist auch nach der Wäsche weich und geschmeidig wie am ersten Tag.

Natürlich kann man nach einer Wäsche noch kein endgültiges Urteil abgeben, wie lange so ein Kleidungsstück hält und nach wie vielen Waschgängen es nicht mehr ganz so schön aussieht. Das sich aber nach einer Wäsche nicht gleich Nähte verdrehen, Farben verblassen oder Säume verzipfelt ist doch schon mal ein Zeichen für gute Qualität und erfreut mich durchaus. Noch mehr erfreut mich, dass ich mein Ringeljäckchen überhaupt nicht bügeln muss, nicht einmal der kleine Reverskragen rollt sich ein. Und alles, was nicht gebügelt werden muss gehört bei mir auf alle Fälle zu meinen Lieblingsstücken im Kleiderschrank.


FOLGEKOSTEN

Ihr seht, ich bin sehr zufrieden mit dieser Strickjacke, auch wenn ich sie mir ein klein wenig größer geschnitten wünschen würde. Im Frühjahr oder Sommer ist sie aber offen getragen ein tolles Teil für kühlere Tage oder Abende. Ich habe mir angesehen, womit ich noch weiter kombinieren kann und festgestellt, dass mir eine marineblaue Hose fehlt – das kann man doch nicht so hinnehmen. Bei Boden (ich habe über diesen Shop berichtet) fiel mir das hundertprozentig passende Stück ins Auge: eine marineblaue, schmal geschnittene 7/8-Hose mit kleinen weißen Punkten, der ich einfach nicht widerstehen konnte. Bestellt, passt super und sieht mit dem Jäckchen zusammen richtig toll aus (und wehe, jemand kommentiert hier jetzt etwas anderes *g*)



Nun fehlt zum Schluss nur noch eines: der Preis für die geringelte Strickjacke. Der liegt bei 79,95 Euro für alle Größen, zugegebenermaßen nicht wenig, aber für Qualität lohnt es sich meiner Ansicht nach, etwas mehr auszugeben. Die Jacke gibt es übrigens auch noch etwas unauffälliger in der Farbe kitt-geringelt und unter einer anderen Bestellnummer (33775) auch in Unifarben. Die Versandkosten bei hessnatur betragen 5,95 Euro.

FAZIT

Dieser Produkttest hat bei mir so einige Skepsis und Vorurteile abgebaut, was ich gut finde. Das Jäckchen überzeugt mich, einen einzigen von 5 Sternen ziehe ich lediglich dafür ab, dass die Größe nicht wirklich hin kommt und die Strickjacke trotz der größer gewählten Größe immer noch etwas zu eng ist und sehr klein ausfällt. Wäre sie beim Waschen etwas eingegangen (was sie ja zum Glück nicht ist), könnte ich sie nicht mehr tragen.

Was meint ihr zu diesem Oberteil und/oder zu Naturmode im Allgemeinen? Kennt ihr hessnatur und habt ihr dort schon eingekauft? Ich freue mich auf Kommentare und wünsche euch ein schönes Wochenende

Eure Kerstin