Sonntag, 9. Oktober 2016

PASTA FÜR ALLE MIT DEM PHILIPS PASTAMAKER

Hallo ihr Lieben,

manche von euch haben es bereits mitbekommen, dass ich vor Wochen bei den Konsumgöttinnen einen Pastamaker von Philips gewonnen habe. Seitdem gab es bei uns nur noch frische, selbstgemachte Pasta - ich musste dieses Gerät ja bis ins Detail ausprobieren, um es euch hier vorstellen zu können ;-)


Der Pastamaker in der Verpackung

EIN KLOTZ

am Bein ist der Pastamaker zum Glück nicht, vom Design her kann man ihn aber nicht anders als "Klotz" bezeichnen. Dekorativ ist was anderes, der anthrazitgraue (Philips nennt die Farbe "kaschmirgrau") Kasten aus Kunststoff ist ziemlich schwer und sieht auch schwerfällig aus. Allerdings ist Schönheit ja nicht alles, auf die inneren Werte kommt es an, nicht wahr? Zumindest steht das Gerät durch sein Gewicht, die Form und die Antirutschfüsschen stabil und sicher auf der Arbeitsfläche.

Ausgepackt


Das Grundgerät selber besteht aus sechs Teilen: dem Motorblock mit Aufbewahrungsschublade, dem Knethaken aus - wie ich meine - Aluminiumguss, der Knetkammer, dem Scheibenhalter, der Vordere Abdeckung (ebenfalls aus Metall) und dem Deckel.
Zum mitgelieferten Zubehör gehören außerdem acht Formaufsätze und ein Reinigungsset, bestehend aus zwei unterschiedlichen Werkzeugen zum Reinigen der Löcher in den Einsätzen. Das flache der beiden wird auch zum Abtrennen der Nudeln verwendet, dazu später mehr. Ein Messbecher für Mehl und einer für die Flüssigkeit runden das Ganze ab.

Die 8 Formeinsätze und das Rezeptbuch


Besonders gut finde ich, dass eine verständliche Bedienungsanleitung in Heftform beiliegt, ich hasse diese Faltblätter, die man heutzutage oft zu Geräten bekommt. Hier kann ich ganz bequem blättern, wenn ich etwas nachschauen möchte. Sehr hilfreich ist auch das zusätzliche Rezeptheft, das neben zahlreichen Nudelrezepten auch Grundrezepte für den Nudelteig bietet, interessante Abwandlungen mit Kräutern oder Gemüsesäften vorschlägt und die einzelenen Formeinsätze noch einmal genau erklärt.

WIE GEHT`S?

Es geht sooo einfach: nachdem das Gerät an die Steckdose angeschlossen ist, wartet man, bis die Anzeige im Display auf 00 steht. Nun kann man mit dem Meßbecher, der 250g Mehl fasst, das Mehl in die Knetkammer wiegen. Beim ersten Versuch habe ich das auch genau so gemacht, ab dem zweiten habe ich den Messbecher aber nicht mehr verwendet - es geht einfacher, schneller und präziser, wenn man das Mehl direkt mit einem großen Löffel einwiegt.

Knethaken


Die integrierte Waage misst sehr präzise, man darf allerdings nicht an das Gerät stoßen oder am Kabel wackeln. Als Minimum muss man 200g Mehl nehmen, das Maximum liegt bei 500g Mehl. Ich dachte ja erst, das sei etwas wenig für uns Fünf, aber es reicht absolut. Zudem kann man gleich nach der ersten 500g-Portion einen zweiten Durchgang starten, wenn man zum Beispiel Nudeln für mehrere Gäste machen möchte.

Display


Hat man das Mehl eingewogen, schließt man den Deckel und wählt mit der Programmauswahltaste die Nudelart: es gibt zwei Möglichkeiten, nämlich mit Ei oder ohne Ei. Anschließend drückt man die Taste zur Flüssigkeitsberechnung und bekommt angezeigt, wieviel Flüssigkeit für die Mehlmenge nötig ist. Diese misst man mit dem Messbecher ab und drückt auf den Startknopf. Der Knethaken setzt sich in Bewegung, mischt das Mehl, durch Schlitze oben im Deckel gießt man die Flüssigkeit dazu und der Teig wird drei Minuten lang geknetet. Nach diesen drei Minuten ertönt ein Signal, der Knethaken ändert die Richtung und die Nudeln werden vorne durch den Formeinsatz ausgegeben. Mit dem flachen Reinigungswerkzeug, das aus einer rechteckigen Plastikscheibe mit zwei kleinen Metallfortsätzen rechts und links besteht, trennt man die Nudelstränge in der gewünschten Längen während der Ausgabe ab.

Flüssigkeit zugießen


PASTA PASTA PASTA

Losgelegt habe ich mit dem Formeinsatz für Tagliatelle. Tagliatelle sind Bandnudeln mit einer Breite von ca. 5-10mm. Da ich zu diesem Zeitpunkt nur "normales" Weizenmehl Type 405 im Haus hatte, verwendete ich dieses, als Flüssigkeit nahm ich pures Wasser. Dem Mehl gab ich eine Prise Salz zu, was aber nicht unbedingt nötig ist, wenn man die Nudeln später in Salzwasser kocht.
Ich kann euch sagen, es sieht total witzig aus, wenn die Nudeln langsam durch den Einsatz herausgepresst werden, ich habe mich richtig amüsiert. Man gewöhnt sich aber an den Anblick und bricht nicht jedesmal beim Nudelmachen in Gelächter aus ;-)

Tagliatelle in Salbei-Trüffel-Rahm mit Hackbällchen


Schon der erste Versuch gelang bestens, man kann ja aber auch kaum etwas falsch machen. Die Tagliatelle servierte ich mit Hackbällchen und einer Salbei-Trüffel-Rahmsauce.

Für Versuch Nummer 2 wählte ich den Einsatz für dünne Spaghetti, hier gab ich Ei dazu. Das Ei wird im Messbecher verquirlt und mit Wasser bis zur nötigen Menge aufgegossen.
Bei den Spaghetti machte ich einen Fehler: da ich sie nicht sofort kochen wollte, ließ ich sie in der Schüssel stehen und deckte sie mit einem Küchentuch ab - DAS das man auf keinen Fall machen, da die Nudeln dadurch matschig werden. Wenn man sie nicht sofort kochen möchte, kann man sie durchaus stehen lassen, aber auf keinen Fall abdecken - leichtes Austrocknen macht nichts aus.

Laaaaange Spaghetti ;-)


Ich bin ja lernfähig und so wurden die dicken Spaghetti, die es an einem anderen Tag mit Würstchen-Tomatensauce gab, wieder perfekt.
Genauso wie die Pappardelle: das sind ebenfalls Bandnudeln, aber breitere und auch dickere. Sie nehmen besonders viel Sauce an und schmeckten uns zu Filetgeschnetzeltem mit einer Art Schaschliksauce.

Pappardelle mit Filetgeschnetzeltem


Liebt ihr Lasagne? Ich ja sehr und daher war ich auf die Nudelplatten aus dem Pastamaker besonders gespannt. Die Platten kommen als Röhre aus der Formscheibe und müssen nur glatt gestrichen werden. Das passgenaue Einschichten in die Auslaufform geht viel einfacher als mit harten Fertigplatten. Außerdem kann mit den Platten auch noch anderes gezaubert werden, wie zum Beispiel Ravioli, Tortellini, Canneloni oder asiatische Teigtaschen.

Lasagne
Ravioli mit Lachs-Spinat-Ricotta-Füllung


Fettucine gehören ebenfalls zur Art der Bandnudeln, diese hier sind sehr schmal und sehen aus wie dicke, plattgedrückte Spaghetti. Zu Lammkeule und Rotkraut waren sie sicher nicht die schlechteste Beilage. Bei den Penne, die sehr dick sind, versuchte ich mich an die Teigfärbung mit Rote-Bete-Saft und Spinatpulver. Penne Tricolori sehen einfach toll aus, für "Rot" verwendete ich in einem weiteren Versuch Tomatenmark, das auch einfach mit dem Ei und dem Wasser verrührt wird.

Fettucine mit Lamm und Rotkraut


Last not least kam der Einsatz für Cappelli d´Angelo (Engelshaar) dran. Meine Männer mögen solche feinen Nudeln als Suppeneinlage und schimpften daher, als ich sie als Bratnudeln zu Chicken Teriyaki verwendete.

Chicken Teriyaki mit Bratnudeln (Cappellini)


Was ich mir noch wünschen würde, wäre ein Formeinsatz für Makkaroni, also Röhrchen mit glatter Oberfläche (die Penne sind ja geriffelt) und vom Durchmesser her etwas kleinere Penne. Vielleicht legt Philips da ja noch irgendwann nach und bietet solche zum Nachkaufen an. Keks-Einsätze gibt es schon, für mich sind die allerdings eher uninteressant.

Penne Tricolori

Alle Nudeln kann man übrigens auch auf Vorrat machen und trocknen lassen, mit Penne habe ich es versucht - es dauert, bis sie richtig trocken sind, geht aber problemlos. Die Kochzeit der trockenen Nudeln erhöht sich natürlich.

DIE REINIGUNG

des Geräts geht wirklich einfach und fix, was zu meiner Begeisterung beiträgt. Alle entnehmbaren Teile dürfen laut Hersteller in die Spülmaschine, wobei ich den Knethaken dort nicht rein lege, da ich befürchte, das Aluminium könnte sich verfärben. Meisten gebe ich nur die Knetkammer in die Maschine, den Rest reinige ich per Hand. Lässt man die Teigreste etwas antrocknen, fallen sie quasi von alleine ab, was dann noch kleben bleibt, ist mit etwas heißem Wasser schnell entfernt. Auch die Löcher in den Formeinsätzen sind mit den "Pieksern" der Reinigungswerkzeuge schnell von Resten befreit.

Auseinandergebaut


LOHNT SICH DER AUFWAND?

Der gar nicht so groß ist, wie ich befürchtet hatte. Nach 3 Minuten Knetzeit dauert die Ausgabe je nach Teigmenge nochmal ca. 3-5 Minuten, die Kochzeit ist mit 4-6 Minuten dafür viel kürzer als bei harten Nudeln aus dem Supermarktregal.

Frische Lasagneplatten


Bei meiner Lasagne mit harten Platten hatte ich oftmals das Problem, dass manche Platten zum Teil noch härter waren, andere Stellen dafür schon sehr weich, je nachdem, wie sich die Soße verteilte. Mit den frischen Platten ist alles gleichmäßig durch.




Selbstgemachte Ravioli sind sowieso überhaupt nicht zu vergleichen mit gekauften, die waren sooo lecker, dass ich auch in Zukunft den hier doch großen Aufwand nicht scheuen werde.

Die Bandnudeln, Penne und Spaghetti sind von der Oberfläche her rauer als Industrieware und nehmen Sauce viel besser an. Ich habe mit verschiedenen Mehlsorten experimentiert (Hartweizengrieß, italienisches Mehl Type 00, Type 405, Type 505 und Spätzlesmehl), alles wird gut, mein Favorit ist die Variante mit Ei und Spätzlesmehl. Vollkornmehl möchte ich demnächst noch ausprobieren, möglich wären natürlich auch Sorten mit Buchweizenmehl und ähnlichem. Und ganz sicher wandern auch mal Kräuter in meinen Nudelteig.



Mein Kritiker am heimischen Küchentisch sind große Nudelesser, mein Mann ist sogar Experte ;-). Sein Vater hatte nämlich eine kleine Nudelfabrik und stellte selber Nudeln zum Verkauf her. Er ist also mit selbstgemachten Nudeln aufgewachsen. Leider habe ich weder meinen Schwiegervater, noch die Nudelfabrik noch kennengelernt, aber der "Nudelbäck" ist bis heute ein Begriff im Dorf.

Und was sagen nun meine Experten? Das einstimmige Urteil lautet: die Nudeln sind superlecker. (Außer die matschigen Spaghetti, aber da kann der Pastamaker nichts dafür *g*)



FAZIT

Ich hätte mir sicher keinen Pastamaker zu dem Preis gekauft (ab 259 Euro im Netz), von daher bin ich heilfroh, dass ich ihn gewonnen habe. Ich bin nämlich wirklich begeistert, wenn die letzten gekauften Nudelvorräte im Keller aufgebraucht sind, werde ich keinen Nachschub mehr heranschaffen. Die Nudeln aus dem Pastamaker sind einfach um klassen besser. Und mit diesem Wissen... würde ich die Geldausgabe heute nicht mehr scheuen.



Wer das Gerät in Aktion sehen möchte, schaut sich noch mein Youtube-Video dazu an:




Wie sieht es bei euch aus, habt ihr schon mal mit dem Gedanken gespielt, eure Pasta selber zu machen? Oder sind Nudeln eines der Dinge, bei denen ihr es nicht sinnvoll oder nötig findet, einen Extraaufwand zu treiben? Vielleicht seid ihr aber sowieso Reis- oder Kartoffelessen und Nudeln sind euch gar nicht wichtig? Was haltet ihr vom Pastamaker?

Lasst es mich wissen und schreibt es in die Kommentarspalte. 

Liebe Grüße
Eure Kerstin