Samstag, 10. September 2016

IKOS OLIVIA (Teil 2)

Hallo ihr Lieben,

weiter geht´s mit dem Hotelbericht, wer den ersten Teil verpasst hat, findet ihn hier: KLICK

Am Ende des ersten Teils erwähnte ich, dass ich mit dem Personal leichte Probleme hatte. Eigentlich ist das ein wenig falsch ausgedrückt, denn es waren immer alle freundlich und sehr bemüht, zudem rein optisch eine Augenweide.


Die nahezu durch die Bank weg jungen und gutaussehenden Leute trugen je nach Bereich und Aufgabe einheitliche, hochwertige und elegante Dienstkleidung. Ob in den Restaurants oder in den Bars (zu denen ich noch komme), jederzeit wurde uns freundlich, zuvorkommend und aufmerksam begegnet. Es gab nicht einen Moment unfreundliche Worte oder ein Gesicht ohne ein Lächeln. Wie gesagt, es war perfekt…

Eine wunderschöne Anlage

…zu perfekt für meinen Geschmack. Zu glatt und ohne Herz, zu unpersönlich. Eine junge Frau, die wohl gerade erst angefangen hatte, im Strandservice zu arbeiten, machte eines Tags einen Fehler und brachte meinem Mann ein stilles Wasser statt einem mit Kohlensäure. Sie war ganz entsetzt, entschuldigte sich tausendmal, wirkte total ängstlich – ich hatte geradezu das Bedürfnis, sie zu trösten. Es ist doch kein Weltuntergang, mal was falsch zu machen, im Ikos Olivia aber anscheinend schon, da gibt es nur Perfektionismus.

Ein Erlebnis war sehr seltsam: wir hatten einen Ausflug gebucht, der mangels Teilnahme ausfiel, was wir aber nicht erfuhren. Als wir an dem Tag morgens an der Theke standen, war die Rezeptionistin ganz erstaunt: angeblich hätte sie uns eine Nachricht aufs Zimmer legen lassen. Da war aber keine zu finden, auch als wir wieder nach oben gingen und nachschauten. Wir gingen an den Strand, als wir mittags zurück aufs Zimmer kamen und ich das Bad betrat und wieder verließ, sah ich auf dem Boden neben der Tür einen Zettel: die Nachricht darüber, dass der Ausflug nicht stattfindet. Wenn dieser Zettel am Vorabend auf den Tisch gelegt worden wäre, wie ist er ohne Luftzug auf den Boden neben der Tür gelangt? Und wieso habe ich ihn dann den ganzen Morgen nicht gesehen, als ich da aus dem Bad kam, während er mir am Mittag sofort ins Auge stach? Seeehr seltsam ;-) … aber im Ikos Olivia gibt es keine Fehler.




Außer vielleicht dem, dass ich einmal den 24-Stunden-Zimmerservice nutzte und mir eine Flasche Wein aufs Zimmer bestellte, weil ich keinen mehr hatte. Okay, es war an diesem Tag schlechtes Wetter und die Belegschaft hatte sicher alle Hände voll zu tun, um den ganzen Familien ein Indoor-Programm zu bieten. Trotzdem hätte ich doch gerne nach zwei Anrufen innerhalb 2 Stunden Wein bekommen, letztendlich hat mein Mann mir selber einen aus der Bar geholt. Da bekam ich dann auch wenigstens meinen Rosé, im Zimmerservice gibt es nur Weiß oder Rot ;-)

Wirklich angenehm aufgefallen sind mir nur wenige Menschen: da wäre einmal Adam vom Strandservice, der doch tatsächlich einmal mit mir herumwitzelte, einer der Kellner (dessen Namen ich vergessen habe), der uns freudig mit spärlichen Brocken Deutsch verwöhnte, als er mitbekommen hatte, dass wir Deutsche sind und das Zimmermädchen, dass abends immer kam, um das Bett aufzudecken und kurz aufzuräumen – die war erst ganz schüchtern, als sie uns auf dem Balkon entdeckte, an den nächsten Abenden aber sehr süß und auf eine natürliche Art freundlich.

So lässt man einen Abend gerne ausklingen :-)
Kein Wein aufs Zimmer? Dann gehen wir eben an die

BAR

Davon gibt es ebenfalls eine Menge, ausgerüstet mit bequemen Loungesesseln. Am Mainpool gleich am Hotel trifft man auf die Indigo Bar, die wenig Außenplätze hat, nach innen aber hinter der Lobby einen großen Raum einnimmt. Von hier aus werden auch die Gäste am Mainpool mit Getränken versorgt. Die zweite Bar am unteren Pool nennt sich Aqua Pool Bar, am Strand beim Ouzo Restaurant heißt die Bar „Helios“. Wir nahmen einen Drink nach dem Essen meistens in der Almyra Beach Bar, die sich gleich neben dem Hauptrestaurant befindet. 


Blick vom Aufgang zum Restaurant auf die Barterrasse



Auf der Karte findet man eine Menge an hochwertigen Spirituosen und interessanten Cocktails. Nachdem mich der von mir im Urlaub so geliebte Pina Colada nicht überzeugte (keine Ahnung, wie die den dort machen, aber er das Kokos kommt nicht von Batida de Coco oder einem anderen Kokoslikör, sondern ist seltsam grieselig und schaumig) und ein weiterer mir unbekannter Cocktail so bitter war, dass ich ihn kaum runter brachte, blieb ich meistens bei Wein oder Aperol Sprizz. Letzterer steht zwar nicht in der Karte, ist aber auch zu haben, obwohl ich komischerweise bei einer Proseccobestellung die Antwort bekam, dass sie so etwas nicht hätten. Rätselhaft ;-)

Bar neben dem Hauptrestaurant



In die Deluxe Lounge Bar kommen nur Gäste, die die Deluxe Collection gebucht haben, so dass ich dazu nichts sagen kann. Die letzte Bar, die Teatro Bar, bietet nicht nur Drinks, sondern auch

UNTERHALTUNG

Das Ikos Olivia bietet seinen Gästen abends ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm, das zum größten Teil im Teatro stattfindet. Das Teatro liegt etwas entfernt vom Haupthaus in Richtung des Deluxe-Bereichs. Im hinteren Bereich des Areals ist die Bar, es folgen ein paar Tische mit Loungesesseln, davor sind Loungesessel in Reihen wie in einem Theater aufgebaut. Von allen Plätzen hat man einen guten Blick auf die große Bühne.

Show "Colours of the World"

Das Programm im Teatro beginnt normalerweise um 21 Uhr, nichts alles sprach uns an (so wollte mein Mann zum Beispiel nicht bei einer Tango Lektion mitmachen). Zwei Shows ließen wir uns aber nicht entgehen, zum einen „Colours oft he World“ mit Tanz und Musik aus aller Herren Länder, zum anderen die „Blues Brothers Show“. Ich war mehr als positiv erstaunt, hatte ich doch gute, aber doch laienhafte Shows von Animateuren erwartet, wie wir sie in vergangenen Urlauben gesehen hatten. Hier handelte es sich aber um Profis, die ihrem Können nach sicher eine langjährige Gesangs- bzw. Tanzausbildung genossen hatten. Die Shows waren ein Highlight, ausgesprochen faszinierend und mehr als ein klein wenig nette Unterhaltung am Abend.


Show "Blues Brothers"



Da konnten die beiden Herren nicht so ganz mithalten, die an einem anderen Abend an der Indigobar das Publikum mit griechischer Musik beglückten. Es war zwar schön, ihnen mit einem Cocktail in der Hand zuzuhören und musikalisches Können konnte man ihnen nicht absprechen, als aber nach einer Weile das durch Nana Mouskouri bekannte Lied „Ein Schiff wird kommen“ (natürlich in der Originalsprache gesungen) wiederholte, verzogen wir uns auf unseren Balkon, wo wir das Ganze als Hintergrundmusik immer noch genießen konnten.

Die männlichen "Nana Mouskouris" ;-)

Was die Animation betrifft… ich habe keine Ahnung, ob es gesonderte Animateure gibt oder ob das von den Künstlern der Shows übernommen wird, man bekam nämlich keine zu Gesicht. Laut Infozettel gibt es wohl Angebote wie Yoga, Aqua Aerobics, Wasserball, Beach Volleyball und vieles mehr, aber es laufen keine Animateure herum und fordern einen zur Teilnahme auf. Ich geriet auch nicht zufällig zum richtigen Zeitpunkt an einen Ort des Geschehens, die Intention, gezielt nach etwas zu suchen hatte ich nicht und so ging das gesamte Programm an mir vorbei. 

Auch für die Kleinen wird so manches geboten, es gibt sogar eine Kinderbetreuung bis hin zur Kinderkrippe. Mangels mitreisender Kinder kann ich euch dazu aber natürlich nichts Näheres sagen. Ebenso wenig wie zum Spa-Bereich, eigentlich wollten wir uns eine Massage gönnen, aber die Preise waren dermaßen gesalzen, dass der Schwabe in uns erwachte und wir dankend verzichteten.

FAZIT

Es gibt eigentlich nichts zu meckern, das Personal ist freundlich und hilfsbereit, das Ambiente ist ein Traum, der Service nahezu perfekt, die Gastronomie zum Niederknien. Überall von den Zimmern über den Traumstrand bis hin zu den öffentlichen Sanitäranlagen an den Pools ist es jederzeit picobello sauber. Da das Ikos Olivia ganz neu ist und erst im Mai 2015 eröffnet wurde, gibt es auch nirgendwo „Gebrauchsspuren“.

Abendstimmung




Trotzdem habe ich mich nicht zu hundert Prozent wohl gefühlt, nicht so wie zum Beispiel in den Hotels auf Rhodos und Kos. Es war mir alles ein klein Wenig zu steril, es fehlte das Herz. Das liegt aber sicher an mir, vielleicht bin ich für so ein Hotel zu wenig "Luxuweibchen". 

Wem eine persönliche Note im Urlaub nicht wichtig ist, wer sich einfach verwöhnen lassen möchte, wer vielleicht sogar mit Kindern Luxus genießen möchte, der ist hier sicher richtig. Wir selber werden keinen zweiten Urlaub dort in Betracht ziehen, weshalb ich mich auch einer Empfehlung enthalte. Es war ein wirklich toller Urlaub – aber einmal reicht.



Demnächst folgt noch ein dritter Teil, in dem ich mich mit Chalkidiki im Allgemeinen und unseren Ausflügen im Besonderen befassen möchte. 

Wie immer freue ich mich auf eure Meinung und Kommentare.

Liebe Grüße
Eure Kerstin