Sonntag, 6. Dezember 2015

FRITTIERT - GEKOCHT - GEACTIFRIED: TEFAL ACTIFRY SMART XL

Hallo ihr Lieben,

ich komme aus dem Testen gar nicht mehr raus, das nächste Projekt, bei dem ich erfreulicherweise wieder dabei sein darf läuft ebenfalls bei den Leckerscouts und es geht wieder einmal um eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, das Kochen.

50 Tester/innen, darunter eben auch ich, dürfen nämlich in den nächsten Wochen ein ganz neues Küchengerät ausprobieren, die

TEFAL ACTIFRY SMART XL

Tefal ActiFry Smart XL

 

Grundsätzlich ist die ActiFry eine Heißluftfritteuse, das heißt, man kann in ihr mit sehr viel weniger Fett zubereiten, was man üblicherweise frittiert. Die Klassiker sind dabei natürlich Pommes, Kroketten und Co.
Vergleichbar ist die ActiFry mit dem Airfryer von Philips, den ich schon eine Weile besitze und der bei uns nicht nur von mir ausgiebig genutzt wird. Hin und wieder werdet ihr in meinen Berichten von daher auch Vergleiche zwischen den beiden Geräten serviert bekommen.

Sowohl in der ActiFry als auch im Airfryer kann man aber nicht nur mit Heißluft frittieren, sondern auch andere Speisen zubereiten, auf eine bestimmte Art und Weise sozusagen kochen. Der grundlegende Unterschied - abgesehen vom Design und Aufbau des Geräts - ist dabei der Rührarm der ActiFry, den der Airfryer nicht besitzt. Ob dieser immer von Vorteil ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen, nach einer Woche kann ich erst einmal nur eines bieten:

ERSTE EINDRÜCKE

Die ActiFry kam ausgesprochen gut verpackt bei mir an. Schon nach dem Öffnen des Kartons war ich überrascht, wie groß das Gerät ist - mit den Maßen 29,5 x 38,0 x 48,9cm braucht man schon einen passenden Platz dafür in der Küche, da darf die Arbeitsfläche nicht zu klein sein. Der Airfryer geht mehr in die Höhe als in die Tiefe und ist etwas leichter unterzubringen. Aber in meiner großen Küche war es keine Problem, nachdem ich den Airfryer in Urlaub geschickt hatte, kam die ActiFry einfach auf diesen Platz.



Im runden Grundgerät befindet sich ein Behälter in entsprechender Form. In der Mitte hat er eine Aussparung mit hohem Rand, man kann sich das wie bei einer Gugelhupf-Backform vorstellen. Auf diesen steckt man den Rührarm, der mit einem Schieber am oberen Ende wieder gelöst und entnommen werden kann.





Flüssigkeiten darf man nur bis zum MAX-Zeichen einfüllen, das sich auf eben diesem Rührarm befindet. Wenn er eingesetzt ist, befindet sich "Schwarz" auf "Schwarz", da ist das "MAX" schwer abzulesen. Gar nicht abzulesen ist es, wenn der Rührarm zufällig so eingesetzt ist, dass diese Buschstaben nach hinten zeigen. Viel praktischer wäre es, man hätte die Buchstaben in den Garbehälter gedruckt. 



An der hinteren Wand des Grundgeräts steckt ein kleiner Fettfilter, der genauso einfach entnommen werden kann wie der Deckel, den man nach vorne wegzieht, nachdem man zwei Tasten gedrückt hat. Hinter dem Deckel an der Oberseite befinden sich die Bedientasten, von denen es lediglich drei gibt: eine zum Starten des Garvorgangs direkt am Gerät, eine Plus- und eine Minustaste zum Einstellen der Zeit. Zweierlei fällt mir da auf, das mich ein wenig skeptisch zurück lässt: zum einen kann man keine unterschiedlichen Temperaturen einstellen wie bei Airfryer - ob das nötig wäre oder ein Manko ist, werden meine Kochversuche zeigen. Zum anderen kann man die ActiFry nicht ausschalten, man muss den Stecker ziehen, möchte man Standby vermeiden. Das empfinde ich als eher unpraktisch, zumal ich kein Freund von Stromverbrauch im Standby bin, sei er auch noch so gering. 




Des Weiteren befinden sich im Lieferumfang ein Silikonpinsel (kann man immer gebrauchen, wozu der speziell hier zu nutzen ist, hat sich mir noch nicht erschlossen) und der ActiFry Dosierlöffel, der die Mengen an Öl oder Gewürzen perfekt wie im Rezept angegeben ist abmisst.


Die Bedienungsanleitung ist in meinen Augen keine. Alles, was man da aus den Bilderrätseln erraten kann, kann ich auch intuitiv herausfinden. Fragen, die ich hätte, werden so aber nicht beantwortet. Schade, dass immer mehr Firmen an interessanten und ausführlichen Anleitungen sparen :-( 


Was ich vor allem auch nach einer Woche noch schmerzlich vermisse, sind diverse Grundrezepte, auf denen man seine eigenen Rezepte aufbauen kann. Eine Tabelle mit Garzeiten für diverse Lebensmittel hätte ich da wirklich schön gefunden, aber die finden sich weder auf dem Papier noch in der

APP

Die kostenlose App "Meine Actifry", die es sowohl für Android-Smartphones als auch für das iPhone gibt - bietet die Besonderheit für die ActiFry Smart XL. Sie enthält zahlreiche Rezepte (200 nach Angabe des Herstellers, ich habe sie nicht gezählt) mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und die Möglichkeit, zu diesen Rezepten mit nur einem Klick eine Einkaufsliste zu erstellen, die dann ganz einfach im Laden genutzt werden kann. Diese findet man unter "Nach Rezept", individuelle Einkauflisten kann man aber genauso eintragen - die Zeit des Zettelschreibens ist vorbei.
Andere nützliche Features der App sind zum Beispiel ein Umrechner für Mengen, Gewichtsangaben und Temperaturen und eine Bedienungsanleitung, die leider auch nicht sehr ausführlich ist, aber zumindest FAQ´s beantwortet und Tipps und Videos zu verschiedenen Küchentechniken anbietet. 



Diese Bereiche in der App können mit jeder ActiFry genutzt werden, für die Smart XL hält sie aber noch eine spezielle Anwendungsmöglichkeit bereit: diese kann nämlich per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden, bei den meisten Rezepten kann per Klick auf den Button "Automatisches Garen" nun die Fritteuse per Handy gestartet werden. Ebenso kann man nur mit der ActiFry Smart XL den (zumindest für ein Jahr) kostenfreien Ernährungsberater nutzen) Auf die Frage, ob diese beiden Features Vorteile bringt und wenn ja welche, gehe ich in späteren Berichten näher ein. 



In einer älteren Version dieser App befand sich wohl ein Garzeitrechner. Warum dieser nicht mehr angeboten wird, ist mir schleierhaft, denn genau den würde ich gerne nutzen, um mich zumindest am Anfang orientieren zu können, wie lange die perfekten Garzeiten für diverse Lebensmittel sein sollten.

Um die App mit allen Features und vor allem das Bluetooth nutzen zu können, muss man sich registrieren. Unter dem eigenen Konto kann man nun wählen, welche ActiFry man besitzt und für wieviele Personen man damit kochen möchte: zur Auswahl stehen 2, 4 und 6 Personen, letzteres habe ich bei unserem 5-Personen-Haushalt gewählt, die Mengenangaben sind in den Rezepten danach angepasst. Gefallen einem Rezepte ganz besonders, kann man sie nun auch unter Favoriten ablegen und so schnell Zugriff darauf erhalten. 

Nach dieser Vorstellung von ActiFry und App komme ich zu meinen ersten Kochversuchen in der ersten Testwoche...

ALLER ANFANG IST SCHWER

Ich bin eine gute Köchin und bisher mit jeglicher Küchentechnik schnell zurecht gekommen. Aus irgendeinem Grund tat ich mich bei der Actifry aber schwer und tue es noch, hier schnell und intuitiv los zu legen. Warum auch immer: ich befinde mich nach der ersten Woche immer noch in der "Einarbeitungsphase", was ich von Airfryer & Co. so gar nicht gewohnt bin.



Bei meinem allerersten Versuch bereitete ich Currywurst mit Pommes für meine Männer und mich zu. Pommes bieten sich ja für den Einstieg bei einer Heißluftfritteuse toll an, zumal man bei TK-Pommes (ich verwende die dünnen, geriffelten von Bofrost) kaum etwas falsch machen kann.


Zuerst schnitt ich 875 Gramm Oberländer Würstchen (bei uns nennt man die "Nackerte", weil sie keine Haut haben) in Scheiben und garte sie in der ActiFry für 15 Minuten, sie wurden schön heiß und hellbraun.
Die Wurst habe ich warm gestellt und dann Pommes gemacht. Da ich nur noch 650 Gramm hatte, was für uns alle etwas wenig ist, gab ich noch 250g Kroketten dazu. Es dauerte 20 Minuten, bis die Pommes schön knusprig, aber nicht zu trocken fertig waren. Im Airfryer gehen sie schneller (12 Minuten), weil ich da die Temperatur höher stellen kann, dafür ist das Fassungsvermögen geringer und ich muss in zwei Etappen frittieren. Zeitlich und vom Ergebnis her bleibt es sich also gleich, ich war zufrieden.
 
Weniger zufrieden war ich mit den Kroketten, die das Rühren nicht vertragen hatten und halbiert bis zerbröselt waren. Da man den Rührarm manuell nicht ausschalten kann, bleibt hier nur die Möglichkeit, ihn ganz zu entfernen. Gewiefte stellen dann eine Tasse über die Öffnung, damit kein Fett und keine Brösel durch diese unter den Behälter geraten - so vermeidet man zusätzlichen Putzaufwand. Alles in allem empfinde ich das aber als umständlich, hier hat der Airfryer eindeutig die Nase vorne.



Ebenfalls ohne App, Rezept und Bluetooth bereiten meine Jungs und ich weitere Gerichte zu:

Bei einem Gyrosteller war ich gespannt, ob die ActiFry die 1,2 Kilogramm Fleisch - ich hatte Schweinerücken ganz fein geschnitten und mit meiner selber gemachten Gyrosgewürzmischung & 1 ActiFrylöffel Olivenöl mariniert - auch wirklich packen würde. Immerhin hatte die da ganz schön zu rühren und ich befürchtete, dass das Fleisch ziemlich zusammenbacken würde. 



Von daher war ich positiv überrascht, wie gleichmäßig die einzelnen Fleischstücke gegart waren, zum Teil auch schön knusprig wie gegrillt. Allerdings fand ich das Fleisch leider auch etwas trocken. Mit viel Tsatsiki (selber gemacht) ging es für mich, meine Männer meinten dagegen, es sei ihnen nicht zu trocken. Dennoch: beim nächsten Mal mache ich es doch lieber wieder in der Pfanne. Oder ich wage einen zweiten Versuch in der ActiFry, mit weniger Minuten (ich hatte 15 gewählt & 5 mit den Zwiebelringen dazu). Wobei ich dann bezweifle, dass auch alles komplett durch ist. 

Meine Söhne hatten an einem anderen Tag Lust auf Cevapcici von Bofrost. Die waren der Oberknüller: sie werden im Airfryer gerne und meistens etwas trocken, in der ActiFry wurden sie heiß und gar und außen knusprig, aber innen blieben sie traumhaft saftig. Hier konnte die ActiFry zum ersten Mal als Testsieger hervorgehen! 



Auch bei TK-Tintenfischringen kann ich nicht meckern (ich hatte extra welche für diesen TEst gekauft, um die klassischen "Frittiergerichte" probieren zu können). Ich übernahm die Garzeit von der Backofenzubereitung, die auf der Tüte angegeben war und gab einen halben Actifry-Löffel Öl dazu. Auch wenn ich nie ein Fan von Tintenfischringen werde, diese waren wirklich gut: außen kross, der Tintenfisch zart und kein bisschen gummiartig.  



Soweit so gut...  erwähnen muss ich noch, dass mein Jüngster Kroketten ohne den Rührarm zubereitete, da dieser sich in der Spülmaschine befand und ihn extra rausholen und putzen... ihr versteht? ;-) Diese Kroketten wurden perfekt, wie ich nach dem ersten Versuch ja schon geahnt hatte. Leider gibt es nirgendwo in der App oder der Bedienungsanleitung Anweisungen, was man mit Rührarm machen kann und wo man ihn besser weg lässt. Trial and error lautet also die Devise.

In diesem Sinne kochen wir fleißig weiter mit der ActiFry Smart XL, ich werde berichten. Auf Kommentare freue ich mich natürlich wie immer :-)
Euch wünsche ich heute einen schönen Vorweihnachtszeit

Liebe Grüße
Eure Kerstin