Sonntag, 19. Juli 2015

TRAUMHOTEL AUF KOS - ASTIR ODYSSEUS TEIL 2


Hallo ihr Lieben,

wer A sagt, muss auch B sagen. Ich weiß nicht so wirklich, ob euch der erste Teil über unser Traumhotel auf Kos gefallen hat, weil es leider keine Kommentare dazu gibt. Da ich den doch sehr langen Bericht aber gesplittet hatte, will ich diejenigen unter euch, die auch den Rest erfahren wollen nicht im Regen stehen lassen. Wer Teil 1 noch nicht kennt und alles wissen darüber wissen möchte, wie wunderbar wir auf Kos untergebracht waren, findet diesen HIER.

Cocktailstunde


Nachdem ich dort am Ende den Service und die Sauberkeit gelobt hatte, komme ich nun zum


==ANIMATIONSTEAM==


Ich brauche ja nicht unbedingt Animation im Urlaub, aber uninteressant sind solche Angebote nicht, wenn sie einem nicht aufgezwungen und aufdringlich vermittelt werden. Freundlichkeit war bei diesem Team gegeben, Aufdringlichkeit dagegen überhaupt nicht. Im Angebot waren Bogenschießen, Yoga, Zumba, Tischtennis, Aquadance, Aquagym, Darts und wenn ich mich recht erinnere Shuffleboard. Alle Angeboten mit den Terminen, wann sie stattfinden würden fand man auf Informationstafeln an der Sirens-Bar und beim Miniclub, genau wie das Abendprogramm, zu dem ich später noch komme. Wenn überhaupt, dann lief der zuständige Animateur kurz einmal in der Gegend herum, wünschte freundlich lächelnd einen schönen Tag, fragte ob es gut gehe und ob man Lust auf „…“ habe. Hatte man nicht – auch gut, da wurde nicht gebettelt oder der Versuch gemacht, Überzeugungsarbeit zu leisten.

Ich konnte mich ja so gut wie nicht aufraffen, schaffte es aber am vorletzten Tag, meinen inneren Schweinehund zu überwinden und mich zur Poollandschaft zu begeben, wo Aquadance angesagt war. Hab ich mich vielleicht geärgert: es hat sooo viel Spaß gemacht und ich hätte ruhig öfter den Hintern hoch bekommen sollen. Die 30 Minuten Tanzen im Wasser leitete ein junger Mann an, der definitiv eine Tanzausbildung hatte und das Ganze mit so viel Schwung und Freude präsentierte, dass man da wirklich nicht widerstehen konnte. Beim ersten Teil tanzte er am Beckenrand in einer Banana-Verkleidung vor – mich hätte der Hitzschlag getroffen. Dann entledigte er sich des Schaumstoff-Ganzkörperkostüms, machte noch eine Weile am Rand weiter und sprang dann zu unserer reinen Frauentruppe ins Wasser. Einer etwas älteren Britin neben mir, die bei jedem Hüftschwung von ihm jodelte als wäre sie bei einem Chippendales-Event hätte ich gerne gesagt, dass bei diesem jungen Mann alle Liebesmühe verloren war… ihr versteht, was ich meine? ;-) Auf das abschließende Ringelpietz mit Anfassen hätte ich zwar verzichten können, aber Alles in Allem war es eine tolle Sache.

Aquadance


Auch das jeweilige Abendprogramm, das die Animateure auf die Beine stellten war nicht von schlechten Eltern, soweit ich es sehen konnte. Und genau da lag das Problem, kaum jemand konnte es nämlich wirklich sehen.

Hier kann man den Tag gut ausklingen lassen



In Ermangelung einer Arena fand das Programm (mal ein Latin-Abend, an dem die Animateure eine tolle Choreographie in sehenswerten Kostümen zeigten, mal ein spannendes Musikquiz und vieles mehr) in der Sirens-Bar statt. Da dort für eine Tanzfläche Platz frei gemacht wurde, gab es drinnen relativ wenig Sitzplätze, von draußen auf der Terrasse bekam man aber kaum was mit, da bis auf die äußerste Flügeltür alle geschlossen blieben. Ich fand das etwas schade, nicht weil ich zwingend auf ein Unterhaltungsprogramm angewiesen gewesen wäre, sondern weil so die Bemühungen des Teams auch nicht entsprechend und nur von einem kleinen Urlauberkreis gewürdigt werden konnten. 

BBQ Night in der Argos-Taverne


Zweimal im Monat gibt es eine ganz besondere Veranstaltung und wir hatten Glück, dass dies gerade in die Woche unseres Aufenthalts fiel. Wir überlegten eine Weile, ob wir an der „Mediterranean BBQ Night“ in der Argo-Taverne teilnehmen sollten, da sie 20 Euro pro Person kostete und wir als AI-Gäste das Abendessen im Restaurant ja gratis hätten. Da neben dem Büffet aber auch griechische Live-Musik und Folkloretanz geboten war, was ich sehr mag, entschieden wir uns dafür und haben es nicht bereut. Empfangen wurde jeder Gast von den sehr netten Tänzer(innen – einem jungen Mann und zwei hübschen Mädels) mit einem Ouzo, bevor der Restaurantchef an den jeweiligen Tisch führte. Das Büffet war traumhaft schön aufgebaut und bot leckere Grillspeisen, Salate, Obst, Brot… unwiderstehlich. Unser Tisch war leider ziemlich außen mit schlechter Sicht auf die Tanzfläche, aber die Musik war natürlich trotzdem zu vernehmen. Was mich ein wenig ärgerte war, dass viele mit einem Platz direkt an der Tanzfläche und der Musik sofort nach dem Essen wieder gingen, während wir bei ein oder zwei Gläsern Wein den ganzen Abend dort verbrachten. Das kann der Veranstalter ja aber vorher nicht wissen und wir wurden trotzdem mit ins Geschehen gezogen. Ich liebe es, Sirtaki zu tanzen…;-)

Sirtaki - Hoppa!


Zurück zum Problem mit dem Abendprogramm und der fehlenden Arena: das wird sich wohl in Zukunft wohl ändern: bei einem Spaziergang rund um das Hotel sahen wir, dass sich neue Gebäude für weitere Zimmer und eine große Arena relativ fortgeschritten im Bau befinden. Und im Gegensatz zu anderen Hotels mit Baustellen sah man auch Arbeiter, die dort herum werkelten. 

Sieht das nicht lecker aus? :-)


Apropos Spaziergang – ein solcher führt bekanntlich in die

==UMGEBUNG DES HOTELS==


die in direkter Nähe nicht viel bietet. Die Straße rauf und runter ist nichts Spannendes zu sehen, der Blick geradeaus führt auf eine zugegebenermaßen schöne Berglandschaft in der Ferne. Was auffällt sind die vielen Radfahrer: man kann sich problemlos Fahrräder mieten, was etliche Touristen in Anspruch nehmen, um die Gegend zu erkunden. Mein Mann überlegte sich das auch, aber der Plan wurde von Tag zu Tag verschoben bis er sich am Ende des Urlaubs erledigt hatte. So kann ich euch noch nicht einmal vom Hörensagen berichtet, ob es sich lohnt. Ich denke aber schon, genauso wie das Anmieten eines Autos für weiter weg liegende Ausflugsziele, von denen die drittgrößte Insel des Dodekanes doch einige zu bieten hat. Die von Tingaki aus am nächsten gelegenen möchte ich nennen: der Asklepion – die mit Abstand bedeutendste antike Stätte der Insel – liegt lediglich 5km entfernt, der Alykes-Salzsee mit seiner Flamingo-Population ebenfalls ca. 5km und die gleiche Strecke muss man überwinden, um die wirklich schöne Hauptstadt der Insel zu besichtigen. Kos-Stadt ließen wir uns nicht entgehen und dieser Ausflug ist in der Tat einen separaten Bericht wert, da müsst ihr euch gedulden.




Ebenfalls zur Umgebung gehört natürlich der Strand, wobei der von Tingaki der schönste der Insel sein soll. Diese angebliche Schönheit ist mir leider etwas entgangen. Der Strandabschnitt, der zum Hotel gehört ist sauber, das Wasser glasklar – mich wunderte ein wenig, dass nicht ein einziger Gast im Meer badete.


Der Strand des Hotels

Ich selber hab eine Macke und schwimme nie im Meer, weil ich da Panik bekomme – mein Mann und ich lieben aber Strandspaziergänge und brachen einmal zu einem auf. Zum ersten und letzten in diesem Urlaub, denn wo am hoteleigenen Strand Sauberkeit herrscht, sind die Abschnitte, die nicht in der Verantwortung eines Hotels liegen leider alles andere als sehenswert. Im Wasser zu waten macht keinen Spaß, wenn man durch Unmengen abgestorbener und angeschwemmter Pflanzenteile stapfen muss. Neben Plastikverpackungen, Getränkedosen und einem Paar kaputter Flip Flops stießen wir sogar auf eine Kleinkinderjeans. Den Rest gab mir dann ein toter, halb zerfressener großer Vogel… Fakt ist, dass ich das zwar nicht dem Hotel ankreiden und dafür auch keinen Abzug geben kann, aber wer sich lange Spaziergänge am Strand, wie wir sie von der italienischen Adria oder auch Kreta her kennen wünscht, ist hier fehl am Platz. Wir ließen uns dadurch nicht den Urlaub verderben, sondern genossen den Aufenthalt 

Kühe liegen auf Kos überall herum


==BIS ZUM LETZTEN TAG==


Den wir am Pool verbrachten, da unser Transferbus zum Flughafen uns erst gegen 17:30 Uhr abholte. Ein letztes leckeres Mittagessen, ein letzter Drink an der Sirens-Bar, während unsere Koffer gut verstaut im dafür vorgesehenen Raum neben der Rezeption warteten. Zum Duschen konnten wir nach unten in den Spa-Bereich, wo es neben dem Gym große, nach Männlein und Weiblein getrennte Duschräume mit dafür vorbereiteten Badetüchern gibt. Unserem Zimmermädchen, an der Bar und in das bereitstehende Sparschwein vor dem Restaurant gaben wir ordentlich Trinkgeld, denn das hatte sich jeder dort mehr als verdient. 


Poollandschaft



Bevor ich zu meinem Fazit komme, möchte ich auf einen Punkt kommen, der manchen wichtig ist, den ich aber nicht mit eigener Erfahrung einschätzen kann: die Behindertenfreundlichkeit. Sehr viel ist ebenerdig, dort wo es Treppen gibt, gibt es auch Rampen. In die höheren Stockwerke führen auch Aufzüge, allerdings wäre es mit einem Rollstuhl kaum möglich, sich in einem Zimmer wie dem unseren zu bewegen - ob es auch spezielle bzw. viel größere Zimmer gibt, weiß ich nicht. Von daher wähle ich beim Punkt "Behindertenfreundlichkeit" einen mittleren Wert.

==FAZIT==


Das Astor Odysseus ist nichts für Familien mit Kindern mittleren Alters, die viel Action (z.B. mit Rutschen am Pool oder einem riesigen Sportprogramm) brauchen und nichts für Leute, bei denen „Urlaub“ gleichzusetzen mit breiten, weißen Sandstränden und  „Meer, mehr Meer und noch mehr Meer“ ist.
Allen anderen kann ich dieses Hotel und auch diese Insel von ganzem Herzen empfehlen, wir haben uns dermaßen wohl gefühlt und konnten uns so gut entspannen, dass Wiederholungsgefahr besteht. 

 
Das gesamte Personal scheint nicht einfach nur einen Beruf auszuüben, sondern einer Berufung nachzugehen. Ich fände es wirklich schade, wenn durch die gegenwärtigen politischen Umstände die Gäste ausbleiben würden und es den Menschen dort nicht mehr möglich wäre, ihre Herzlichkeit und Gastfreundschaft unter Beweis zu stellen.

Good By Kos


Wäre das auch ein Urlaubsziel für euch? Würde euch ein Bericht über unseren Ausflug nach Kos Stadt interessieren? 


Liebe Grüße
Eure Kerstin