Freitag, 3. Juli 2015

"GEH´ MAGST AN PROSECCO?" - JA, BLANCHET

Hallo ihr Lieben,

auf meinem Blog wird es derzeit etwas ruhiger, ich habe unter anderem ein paar Aufträge als Fotografin zu bearbeiten und das braucht ganz schön Zeit. Ganz vernachlässigen will ich euch aber nicht, schon gar nicht, wenn ich euch einen guten Tropfen Wein anbieten kann.

Von Blanchet erhielt ich vor einer Weile ein Paket mit drei Sorten der Marke zum Testen. Am besten mit Freundinnen, aber einen Termin zu finden, an dem alle Zeit haben ist nahezu unmöglich. Deswegen wurde an verschiedenen Abenden probiert und nun sind alle Varianten verkostet...



Ich stelle vor:

BLANCHET ROSÉ DE FRANCE

Ich bin ja eine ausgesprochene Rosé-Trinkerin und war auf diesen Tropfen besonders gespannt. Verkostet habe ich ihn gut gekühlt mit einer Freundin, die zwei Häuser weiter wohnt bei einem ganz spontanen Zusammensitzen auf ihrer Terrasse. Diese Freundin ist keine große Weinkennerin und trinkt nur ab und zu einen Schluck, der dann ziemlich mild sein sollte.

Zu diesem Rosé ist zu sagen, dass es sich um einen Cuvée handelt. Cuvées sind Weine, die aus verschiedenen Rebsorten kombiniert werden. Dabei gibt es Verschnitte, die nicht wirklich gut aufeinander abgestimmt sind und solche, bei denen sich die Rebsorten perfekt ergänzen. Manche Menschen interpretieren den Begriff "Cuvée" als ein Zusammengepansche minderwertiger Rebsorten (nach dem Motto "Was alleine nicht schmeckt und weg muss..."). Das ist so also nicht richtig.
Allerdings lese ich immer recht gerne nach, welche Rebsorten enthalten sind, leider macht Blanchet hierzu keine Angabe.

Ups, erst fotografieren, dann trinken!



Geschmeckt hat uns dieser Vin de France trotzdem. Mit einer relativ geringen Restsüße von 4,5 - 5,5 g/l ist er in der Tat trocken, was nach meinem Gusto ist. Dabei hat er aber auch einen milden und fruchtigen Geschmack (laut Blanchet nach Erd- und Himmbeeren, das Beerige kann ich unterstreichen). Meine Freundin mag nur milde Weine und gab diesem Rosé ihre Zustimmung.

12% vol. ist zwar nicht wenig, aber auch nicht übermäßig viel Alkohol für so einen Rosé, so dass ich mich nicht scheute, ein Gläschen mehr zu genießen - Kopfschmerzen bekam ich am anderen Tag nicht, was mir bei Weinen dieser Preisklasse üblicherweise durchaus passiert. Apropos Preisklasse: der Rosé kostet um die 3 Euro für 0,75l, ist also wirklich sehr günstig.

Ebenfalls trocken ausgebaut und zum gleichen Preis zu haben ist der

CHARDONNAY



Interessant ist, dass dieser sortenreine Weißwein bei gleichem Säuregehalt mehr Restsüße als der Rosé hat und dennoch weniger mild schmeckt. Ich mag Weine aus der Chardonnaytraube eigentlich recht gerne, dieser ist mir allerdings ein bisschen zu einfach strukturiert und eine Spur zu rauh. Eine andere Freundin, die sich bei mir auf ein Glas auf meiner Terrasse einfand, schloß sich meinem Urteil, wenn auch etwas weniger kritisch an: sie meinte, der Wein sei schon trinkbar, nur wäre sie bei mir doch an ein bisschen schmackhaftere und hochwertigere Rebsäfte gewöhnt. Sie bekam anschließend noch einen Rest vom Rosé und zog diesen dem Weißen eindeutig vor.

Freundin Nummer 3 musste vorgestern als nächste Testerin herhalten und zwar für den

PERLÉ SECCO

So ein Gläschen Secco geht ja immer als Terrassengetränk unter Freundinnen und dieser hier überzeugte uns beide. Sehr feinperlig und fruchtig läuft er angenehm den Gaumen entlang. Besonders schön finde ich dabei die niedrigen 9,5% vol., mit so einem geringen Alkoholgehalt kann man ein Glas mehr genießen, ohne dass es einem auch bei Hitze gleich die Beine weg haut.



Bei geringerem Alkoholgehalt verlieren manche Weine leider auch an Ausdruck, was bei diesem Secco erfreulicherweise nicht der Fall ist. So kann er mit einem Preis von ebenfalls um die 3 Euro locker mit teureren Prosecco- und Frizzantemarken mithalten.



FAZIT

In meinem Weinkeller befinden sich keine Weine aus dem Supermarkt, sondern aus dem Weinhandel/-versand zu Preisen, die doppelt bis dreifach so hoch sind. Gerade deshalb fand ich es sehr spannend, einmal drei Sorten der Marke Blanchet verkosten zu können. Während der Rosé und der Secco mich positiv überrascht haben, kann der Chardonnay mit meinen üblichen Tropfen nicht mithalten und ist für mich nichts zum Nachkaufen. Vielleicht müsste ich hier mal den Blanc de Blancs von Blanchet probieren, den es in einer trocken ausgebauten und halbtrockenen Variante gibt, interessieren würde es mich schon.

Den Rosé könnte ich dagegen gut für Feiern vorstellen, an Geburtstagen  sind bei uns stets um die 25 - 30 Leute zu Gast, bei denen viele gerne Wein trinken, aber keine überanspruchsvollen Weinkenner sind (für das sich manche Menschen ja auch gerne halten *g*).  Auch der Secco ist ein angenehmer "Sommer-Tropfen", der sicherlich jedem schmeckt und bei dieser tollen Preisleistung kein riesiges Loch ins Budget reißt.



Ein Fehler war, diesen Bericht an einem schönen Sommervormittag zu schreiben: jetzt hätte ich Lust auf ein Gläschen Secco, von dem noch eine Flasche im Kühlschrank steht und die perfekte Temperatur aufweist... doch während manche sich an den Spruch "Kein Bier vor vier" halten, heißt es bei mir normalerweise "Vor fünf Uhr Wein, das lass sein". Nun ja, vielleicht mache ich heute eine Ausnahme und warte nur bis vier Uhr, ist ja quasi schon Wochenende ;-)



Ein schönes selbiges wünsche ich euch, wer stößt mit mir darauf an?

Liebe Grüße
Eure Kerstin