Montag, 2. Februar 2015

KOCHPORTAL MIT KLEINEM EXTRA

Hallo ihr Lieben,

eine gute Woche bin ich nun schon fleißg und aktiv bei GU-Balance dabei und im Laufe dieser Woche werde ich euch auch über weitere Erkenntnisse aus diesem Test informieren. Zuvor möchte ich euch aber ein anderes Portal vorstellen, bei dem es nicht um Fitness, sondern mehr um Gaumenfreuden geht:

HEIMGOURMET

Ich kam zu HeimGourmet durch einen Wettbewerb, wenn mich nicht alles täuscht (ist schon länger her), es handelt sich um den deutschen Ableger der französischen Webseite 750g.com, die dort die führende Kochwebseite darstellt. Dahinter steht das französische Unternehmen "750g International", das international agiert - weitere Ableger gibt es für Großbritannien/Irland und USA, Spanien, Italien und Brasilien. Das deutsche Team besteht aus vier jungen Frauen.










Zwei Dinge machen HeimGourmet aus: zum einen können Mitglieder ihre Rezepte direkt auf der Plattform einstellen. Zum anderen werden Foodblogs vorgestellt, Heimgourmet möchte langfristig DIE Plattform für deutschsprachige Foodblogs werden. Blogger können sich über ein spezielles Formular an HeimGourmet wenden, ihre Foodblogs verlinken und sich interviewen lassen, um so bekannter zu werden. Auf der Homepage wird zum Beispiel immer ein Blogger des Tages hervorgehoben.

ICH BIN KEINE FOODBLOGGERIN

sondern als ganz normales Mitglied angemeldet. Als solches habe ich die Möglichkeit, Rezepte einzustellen und an Wettbewerben teilzunehmen, die in regelmäßigen Abständen ausgeschrieben werden und bei denen man in der Vergangenheit so unterschiedliche Preise wie Backsets, ein Tablet, Kochbücher oder eine Kamera gewinnen konnte. Über neue Wettbewerbe kann man sich per Newsletter informieren lassen, derzeit ist keiner am Start.














Über den Aufbau möchte ich mich nicht bis ins letzte Teil auslassen, sondern nur ganz grob darauf eingehen: als Erstes sei gesagt, dass alles sehr übersichtlich und in schönen Farben gestaltet ist. Schon die Startseite lädt zum Stöbern ein, man findet schön bebilderte Links zu interessanten Berichten wie "Detox - Mythos oder Geheimtipp?", "Gesund und fit im Büro", "Top 10 Kochfehler - wie man sie umgeht" und vieles mehr.

Wer lieber in den Rezepten stöbert, findet hier aber auch die neuesten Rezepte, die am besten bewerteten und Themen-Favoriten wie zum Beispiel zu "Low Carb", "Brot backen" oder "Glutenfrei". In der oberen Leiste unter dem Home-Button kann man sich auch in Rubriken wie Saisonales, Familie, Internationale Küche, Zutaten usw. inspirieren lassen.

Auch eine gezielte Suche nach speziellen Zutaten, Rezepten bzw. Schlag/Stichwörtern durch Eingabe in die Suchleiste ist natürlich möglich. Diese habe ich für euch mal getestet und folgende Ergebnisse bekommen:

- Suchwort "Dampfnudeln": immerhin 5 wirklich gut aufgeführte Rezepte.

- Suchwort "Hähnchenbrustfilet": 24 Rezepte der verschiedensten Art mit Hähnchenbrust, viele der Fotos sehen so lecker aus, dass man gleich alles nachkochen möchte.

- Suchwort "Indisch": ganze 29 Rezepte, da lässt sich doch etwas finden. Natürlich ist das kein Vergleich zu den Trefferquoten bei chefkoch.de (81/6609/1761), aber ob das ein Nachteil ist? Oder vielleicht nicht einfach auch weniger verwirrend, übersichtlicher, nicht so ermüdend?

Da das Konzept etwas anders ist und der Schwerpunkt auf Foodblogs gelegt wird, gibt es kein Forum für die Mitglieder. Austauschen kann man sich lediglich über die Kommentarspalte bei den Rezepten. Für manche ist das vielleicht ein Mangel, mir fehlt ein Forum nicht unbedingt.







HeimGourmet hat dafür eine ganz andere Besonderheit zu bieten, die ausschlaggebend dafür war, dass ich euch die Seite vorstellen wollte:

DAS KOCHBUCH

Als registriertes Mitglied kann man eigene Rezepte einreichen bzw. einstellen, was durch das übersichtliche dafür vorgesehene Formular überhaupt kein Problem ist und sehr schnell geht.
Rezeptname, eine kleine Beschreibung des Gerichts, Portionsangabe, Kochzeit, die Kategorie und die einzelnen Schritte schreibt man einfach in die dafür vorgesehenen Spalten. Ein Foto des Gerichts ist natürlich schön, aber kein Muss. "Ich habe die AGB gelesen" anklicken und absenden, schon ist das ganz persönliche Lieblingsrezept im Netz. Über Kommentare dazu kann man sich benachrichtigen lassen.







Da steht es nun, das Rezept, doch was hat es mit dem Kochbuch auf sich. Mindestens 10 Rezepte muss man einstellen, dann kann man sich sein eigenes Kochbuch daraus erstellen und zuschicken lassen. Im Profil gibt es dafür einen Reiter "Meine Bücher", unter dem man den Link "Neues Buch erstellen" findet und natürlich anklickt.

Man kann unter drei Formaten wählen:
- A5 Portraitformat mit Spiralbindung ab 120 Rezepten
- Quadratisches Format mit Klebebindung ab 25 Rezepten
- A4 Portraitformat Deluxe Hardcover ab 40 Rezepten

Zunächst wählt man das gewünschte Format, dann kann man sich eines von vielen wirklich hübschen Coverdesigns aussuchen oder aber auch ein Cover aus eigenen Bildern selber erstellen. Nun gibt man in die entsprechenden Felder noch einen Titel, den Autorennamen (im Normalfall den eigenen) und so man will einen kleinen beschreibenden Text ein, anschließend kann man sich das Cover zur Überprüfung anzeigen lassen - und weiter geht´s.

Alle veröffentlichten Rezepte werden in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Möchte man eine andere Reihenfolge oder Rezepte löschen, kann man das über den Klick auf "Buch bearbeiten" machen. An und für sich ist die Sache sehr praktisch, zumindest beim ersten Buch. Wenn ich mir aber vorstelle, dass ich zum Beispiel 24 Rezepte in einem ersten Buch habe, danach weitere 24 eingestellt habe und von diesen auch ein Buch möchte... dann lädt es erst einmal alle Rezepte und ich muss die bereits gedruckten einzeln heraussuchen und manuell löschen. Und schon ist es nicht mehr praktisch, sondern es wäre besser, wenn man sich die Rezepte vorab selber aus seinem "Bestand" auswählen könnte. Sei´s drum...

Ein weiteres kleines Problem besteht darin, dass manche Rezepte eventuell die Seitengröße überschreiten und zwei Seiten benötigen. Bei einem sehr langen und aufwändigen Rezept macht das nichts, aber bei mir kam es vor, dass auf der zweiten Seite gerade mal noch der Satz "Dazu passt Reis oder Weißbrot" stand, den man genauso gut hätte löschen können, um nicht eine nahezu leere Seite mitten im Buch zu haben. Es gibt auch einen Reiter "Rezept bearbeiten", ein Klick darauf führt direkt zum jeweiligen Rezept... aber von dort aus geht nichts weiter, man kann eingestellte Rezepte nicht mehr verändert. Das ist in meinen Augen nicht nur für das Buch ein großer Schwachpunkt, sondern ganz allgemein: ich stellte zum Beispiel fest, dass ich bei einem Rezept einen kleinen, aber nötigen Schritt bei der Zubereitung schlicht vergessen hatte. Tja, Pech gehabt, das kann ich nicht mehr im Rezept ergänzen, allenfalls einen entsprechenden Kommentar darunter setzen, der aber natürlich für das Buch keine Rolle spielt.

So ist es halt, ich verschob zum Beispiel Rezepte ohne Fotos nach hinten und solche, die über zwei Seiten gingen in der Art, dass diese Seiten wenigstens nebeneinander lagen. Ist man mit seinem Buch dann soweit zufrieden, schickt man die Bestellung ab.
Die Preise variieren von 12,95 Euro bis zu 29,90 Euro für 24 Seiten (weitere Seiten kosten zusätzlich) & 5,90 Euro Versandkosten.

Aber jetzt kommt der Knaller: Registriert man sich neu bei HeimGourmet, erhält man das erste Buch in der Ausführung Spiralbindung/24 Seiten incl. Versand für die ersten 1000 Teilnehmer (und so viele sind es noch nicht) GRATIS! Ich bin kein großer Fan von Spiralbindung, ich halte die für nicht so haltbar und wählte deswegen die Version "Klebebindung", wofür ich 5 Euro zahlen musste.

Nach der Registrierung hat man 60 (oder waren es 90? Ich weiß es nicht mehr genau) Tage Zeit, genug Rezepte einzustellen und das Buch anzufordern. Ich kam natürlich auf den letzten Drücker und nach einer Erinnerungsemail (das fand ich nett) wieder drauf, dass ich noch dieses Angebot nutzen könnte und schrieb Rezepte im Akkord, leider blieb mir nicht für jedes auch noch die Zeit, es bis zur Deadline noch zu kochen und zu fotografieren. So habe ich eben die besagten Rezepte ohne Bild im Buch, was aber nicht weiter schlimm ist.



MEIN BUCH

ließ nun eine ganze Weile auf sich warten. Angegeben war eine Lieferzeit von 10 - 15 Tagen, ich legte aufgrund der Jahreszeit (Weihnachtsgeschäft, Feiertage) noch ein bisschen drauf, wagte nach über drei Wochen nachzufragen, wann ich mit meinem Buch denn rechnen dürfe. Leider machte ich die gleiche Erfahrung wie schon zuvor, als ich den Service mit der Frage kontaktierte, ob und wie man ein Rezept ändern könne - Schweigen im Walde! Auf meine Anfrage über das Kontaktformular kam keine Antwort, auf meine Email auch nicht, erst als ich über Facebook (öffentlich und per Nachricht) mein Anliegen erneut mitteilte, wurde mir gesagt, dass es zur Zeit Lieferverzögerungen gäbe, ich aber innerhalb der nächsten zwei Wochen mit meinem Buch rechnen könne.
Das beruhigte mich nun etwas, denn da ich 5 Euro vorab per Paypal gezahlt hatte (leider kann ich euch nicht sagen, was es sonst noch für Zahlungsmöglichkeiten gibt, da ich es auf der Webseite nicht finde und keinen neuen Bestellvorgang starten möchte), hatte ich keine "Dann eben nicht"-Einstellung. In der Tat erhielt ich nach Ablauf dieser 14 Tage dann auch endlich mein Buch.






Das quadratische Büchlein sieht wirklich ansprechend aus, macht einen stabilen Eindruck, das Cover ist aus fester, leicht glänzender Pappe und auch die Seiten sind nicht zu dünn, man hat dafür ein hochwertiges Papier gewählt. Das Inhaltsverzeichnis vorne gibt einen einwandfreien Überblick mit Seitenzahlen, die Fotos sind farblich in Ordnung. Schön ist auch, dass Rezeptname oben und eventuelle Anmerkungen unter dem Rezept rot abgehoben sind, so hat man einen guten Überblick. Auch die Zutatenliste unterscheidet sich braun von den schwarz gedruckten Kochschritten.









 

Nachteilig dagegen ist, dass der Text ziemlich weit nach innen zum Falz hin gedruckt ist und dieser extrem eng und fest ist. Man muss das Buch schon besonders kraftvoll umlegen und auseinander drücken, um es hinlegen zu können, dass es halbwegs offen und alles lesbar bleibt. Danach sieht das Buch natürlich nicht mehr ganz so neu, sondern etwas geknickt aus. Und nach dieser Extremknickerei liegt es in geschlossenem Zustand auch nicht mehr ganz plan zusammen. Das Ganze gefällt mir so nicht wirklich und ich sehe darin auch einen großen Mangel.
Ich könnte mein Buch jederzeit nachbestellen, zum Beispiel als Geschenk für jemanden, es ist in meinem Profil gespeichert. Aber ehrlich gesagt ist es mir für das, was geboten wird mit 23,70 Euro (17,80 + 5,90 Versand)zu teuer. Als leidenschaftliche Fotobucherstellerin habe ich nämlich mal geprüft, was mich so ein Kochbuch kosten würde, wenn ich es bei einem Fotoprodukteanbieter machen lassen würde.






Bei Lidl finde ich dieses quadratische Format zum Beispiel bei den Premium-Fotobüchern: 26 Seiten (also zwei Seiten mehr) kosten hier incl. Versand 22,70 Euro. Dafür habe ich auch noch zusätzlich Hardcover und eine Leporello-Bindung, also ein ganz flach aufliegendes Buch, bei dem ich selber nach Wunsch gestalten kann, wie ich will. Textgröße, Anordnung, Farben etc. ist frei wählbar und ich kann auch bestimmen, dass ich ein Rezept genau auf einer Seite und nicht über zwei wegen eines kleinen Sätzchens haben möchte.

Das genau vergleichbare Buch mit 24 Seiten im Softcover kostet bei Lidl sogar nur 15,90 Euro. Natürlich habe ich etwas mehr Arbeit, wenn ich selber gestalte und nicht alles automatisch arrangiert wird. Aber die Rezepte muss ich hier wie dort schreiben und das ist schließlich die Hauptarbeit - so viel aufwändiger ist es also nicht.






FAZIT

Ich habe lange überlegt, was ich von HeimGourmet halten und wie ich diese Seite und das Angebot bewerten soll. Die Seiten sind übersichtlich und schön gestaltet, die Artikel zu verschiedenen Themen im Bereich Kochen/Ernährung sind informativ und interessant und Foodblogger bzw. an Foodblogs Interessierte könnten hier ihr Mekka finden. Die Suche funktioniert bestens, dass HeimGourmet im Vergleich zu den etablierten Kochcommunities in puncto Menge etwas schwach auf der Brust ist und es kein Forum gibt, ist für mich kein Grund zum Sternabzug. Die Idee der Kochbucherstellung aus den eingestellten Rezepten finde ich an und für sich toll.

Aaaaber...
Das Ganze ist zu wenig ausgereift (Stichwort: Rezepte ändern), die Bücher sind zwar schön, aber unpraktisch in der Handhabung und auch absolut zu teuer. Dafür ziehe ich den ersten Stern ab. Den Kundenservice ist nicht gerade prickelnd, auf Antwort kann man warten bis man schwarz wird oder dreimal gemeckert hat und die Lieferzeit ist inakzeptabel - Stern Nummer 2 schwindet dahin.

Insgesamt gesehen ist HeimGourmet ein durchschnittliches, aber ausbaufähiges Kochportal mit einem etwas anderen Konzept, für das ich folgende Empfehlung gebe:

Wer Foodblogs mag, der findet dort sicher den einen oder andern interessanten und wer als Hobbykoch gerne mal sein eigenes Kochbuch in Händen halten möchte, der registriere sich, stelle 24 Rezepte ein und lasse sich das Gratiskochbuch zukommen - aber bitte in der absolut kostenfreien Spiralbindungs-Variante (die lässt sich dann auch sicher besser aufgeklappt hinlegen). Auch bei der Suche nach neuen Rezepten lohnt sich eventuell ein Blick auf diese Seite.


Liebe Grüße
Eure Kerstin