Freitag, 25. Oktober 2013

Ein Gläschen in Ehren...





Bei den FürSie-Testern darf ich eines meiner liebsten Produkte im Bereich Lebensmittel/Getränke testen: leckeren Wein J Drei verschiedene Sorten werden hierfür von weinvorteil.de zur Verfügung gestellt, die ich euch nach und nach vorstellen möchte. 



Den Anfang macht ein Rotwein, der



CHATEAU LA TULIPE DE LA GARDE – BORDEAUX SUPERIEUR

Beim Bordeaux handelt es sich nicht um eine spezielle Traubensorte, sondern um ein Weingebiet, dessen Weine typischerweise Cuvées, also Weine aus zwei oder mehr Rebsorten sind. Chateau-Weine stammen aus Trauben eines einzigen Weinguts. Ein Bordeaux Superieur AOC ist qualitatv hochwertiger und lagerfähiger als ein Bordeaux AOC, der eher jung zu trinken ist.

Ich persönlich bin kein großer Fan von Bordeaux-Weinen, da der größte Anteil im Normalfall aus Merlot-Trauben besteht. Ich mag trockene Weine, Merlot ist mir allerdings meistens etwas zu stark und auch nicht so weich wie zum Beispiel ein Cabernet Sauvignon. Außerdem sind wirklich gute Bordeaux-Weine üblicherweise nicht ganz billig, da lagerfähige Sorten erst nach zwei bis drei Jahren Kellerreife erst wirklich rund, weich und elegant werden. Günstiger Bordeaux – zumindest die, die ich bisher probiert habe – sind mir dagegen zu rauh. Ich war also sehr gespannt…



DER ERSTE EINDRUCK

Den Bordeaux Chateau La Tulipe testete ich zusammen mit meinem Vater, der wie ich ein großer Weinliebhaber ist, im Gegensatz zu mir Merlot- und Bordeauxweine aber favorisiert. Sollte mir dieser also nicht schmecken, hätte ich einen Abnehmer. Dazu sollte es nicht kommen, soviel sei jetzt schon gesagt.

Die Flasche entkorkte ich mit der idealen Temperatur von ca. 17 Grad und goss einen guten Schluck für mich und ein volles Glas für meinen Vater ein. „Was für eine wundervolle Farbe“, war mein erster Gedanke. Sehr dunkel, auberginefarben schimmernd machte der Wein rein optisch einen sehr samtigen Eindruck. Genauso beeindruckend war der Duft, fruchtig, rund, sehr angenehm. Doch Optik, Duft und Geschmack müssen sich ja nicht unbedingt gleichen, also setzte ich das Glas an… und war begeistert: was für ein vollmundiger und dennoch feiner und weicher Tropfen. Ich behaupte nicht, exakte und alle Aromen eines Weins zu erkennen (und ich denke, das können die wenigsten von den Weintrinkern, die es behaupten), habe aber im Normalfall so meine Assoziationen: dieser Bordeaux erinnert mich an Schokolade, eventuell mit einer leichten Vanillenote. Das Fruchtige im Duft spiegelt sich dabei ebenfalls wieder und lässt es meine Geschmacksnerven mit Kirschen verbinden.

Nach dem Gesichtsausdruck meines Vaters zu schließen, war dieser genauso positiv beeindruckt und in der Tat meinte er, er würde den Rest der Flasche nach Hause mitnehmen, wenn ich ihn nicht mögen  würde. „Kannst du vergessen,“ so meine Antwort. Einen so genussreichen Tropfen teile ich gerne beim gemeinsamen Trinken, gebe ihn aber nicht weg und habe dann selber nichts mehr davon.





NACHGESCHAUT

Ganz bewusst hatte ich mich zuvor nicht über Einzelheiten informiert, auch die Flasche hatte ich mir nicht genauer angeschaut, da ich ganz unvoreingenommen an die Probe herangehen wollte. Nun waren wir aber neugierig und studierten zunächst einmal das Etikett:

Wie angenommen besteht der Bordeaux La Tulipe hauptsächlich aus Merlot-Trauben (85%), dazu kommen 10 % Cabernet Franc (eine Rebsorte mit wenig Tanninen, damit sehr mild) und 5% Cabernet Sauvignon (meinem Lieblingsrotwein). Bei 13 % Alkoholgehalt ist auch erklärt, warum der Wein so vollmundig ist.

Billig kann so ein Wein nicht sein, darin waren wir uns einig. Der Laptop musste also her und ich recherchierte bei weinvorteil.de den Preis. Wie befürchtet übersteigt dieser meine Schmerzgrenze – ich bin zwar davon überzeugt und habe die Erfahrung gemacht, dass ein Wein unter 5 Euro nicht wirklich schmecken kann, die übliche Preisspanne, die zumindest für meinen „Alltagswein“ gilt liegt zwischen 5 und 10 Euro, die ich selten übersteige. In der Tat und wie befürchtet kostet der Bordeaux La Tulipe de la Garde Superieur AOC mehr, nämlich 14,99 Euro für 0,75 Liter. Da er mich aber so begeistert und überzeugt hat und ich für besondere Anlässe auch mal ein Auge zudrücke und meine mir selbst gesetzte Grenze überschreite, werde ich ihn nicht aus meinem Gedächtnis streichen.



DAS WEINGUT

Bevor ich zu meinem abschließend Fazit komme, möchte ich euch noch ein paar Informationen über das Weingut geben, die ich bei weinvorteil.de gefunden habe.

Die Weine vom Château La Tulipe de la Garde gehören zu den besten Weinen der Bordeaux Region. Das Château liegt in der Nähe von Saint-Émilion, inmitten seiner 15 ha Weingärten auf besten Böden. Der Eigentümer Ilja Gort hat es  1994 gekauft und ist Winzer aus Leidenschaft. Zusammen mit Michel Rolland, einem der besten Önologen der Weinszene, fertigt er absolute TOP-Weine durch eine sorgfältige Lese per Hand und Einhaltung höchster Qualitätsnormen. Viele seiner Weine sind wie auch der getestete Bordeaux mehrfach prämiert.

Die Rebflächen des Château verteilen sich auf 30 Parzellen, deren Trauben separat vinifiziert werden, und sind zu 80% mit Merlot bestockt, zu 15% mit Cabernet Sauvignon und zu 5% mit Cabernet Franc.
Robert Parker, der tonangebende amerikanische 'Wein-Advokat', beschreibt das Château de la Garde als 'umwerfend gut' und als 'das beste seiner Klasse'. (Entnommen der Webseite http://www.tulipe.de/)


SCHADE

Leider ist das Gute eben oft nicht billig. Dieser Bordeaux ist seinen Preis aber sicher wert und nicht nur, weil er die Silbermedaille beim Concours Macon 2012, die Silbermedaille bei der International Wine & Spirit Competition 2012, Goldmedaille beim Concours de Bordeaux 2012 gewonnen, sondern weil er einfach ausgesprochen gut schmeckt – ein wahrer Genuss!

Ein Problem gibt es aber leider, was mir eine Bestellung schwer macht: ich würde mir zu dem Preis eben mal zwei oder allenfalls drei Fläschchen gönnen.  Im Gegensatz zu anderen Weinversendern kann man bei weinvorteil.de allerdings keine Einzelflaschen, sondern nur ganze Kartons bestellen. Das heißt beim Jahrgang 2008 6 Flaschen oder gar nichts, beim 2010er geht es sogar nur ab 12 Flaschen. Der Jahrgang 2011, den ich zum Testen da hatte, ist im Shop gar nicht vorhanden, sollte er nächstes Jahr zur Verfügung stehen, gibt es ihn sicher auch nur in Zwölferschritten. Das ist schade, denn 90 bzw. 180 Euro auf einen Schlag für ein paar Flaschen Wein der gleichen Sorte auszugeben ist mir dann doch etwas zu heftig. Trotzdem reizt mich dieser Wein schon sehr und ich bin schwer am Überlegen, ab 130 Euro ist der Versand kostenfrei und ich habe ja noch zwei Weine zum Testen da. Außerdem ist der 2008er Jahrgang zwar jetzt trinkreif, aber lagerfähig bis 2020. Da kann ich mir mit viel Selbstbeherrschung ein Fläschchen im Jahr gönnen und er ist trotzdem bis dahin weg. Man wird sehen…

Unabhängig davon empfehle ich ihn allen die gerne Bordeaux trinken und Liebhabern trockener und halbtrockener Rotweine  im Allgemeinen.  Zu Lamm, Rind, Wild oder würzigem Käse, aber auch ganz einfach pur zum Genuss kann man damit absolut nichts falsch machen. Auch Weintrinkern, die normalerweise eher weiße Weine bevorzugen kann ich den Bordeaux ans Herz legen, gerade zu der kommenden Jahreszeit passt so ein samtiger Tropfen mit Vanille- und Schokoladearomen doch hervorragend. 5 von 5 Sternen!